SV Waldhof

Fußball Widerstand gegen Kurzarbeit-Modell beim SVW

Zwei Profis verweigern Unterschrift

Mannheim.Existenzangst am Alsenweg: Zwei Profis des Fußball-Drittligisten SV Waldhof weigern sich, der vom Club vorgegebenen Regelung zur Kurzarbeit zuzustimmen. Nach Informationen dieser Redaktion handelt es sich dabei um einen Stammspieler und einen Reservisten, die noch einen Vertrag bis 2021 beziehungsweise bis 30. Juni besitzen. Der SVW hat aufgrund der Einnahmeausfälle durch die Corona-Zwangspause ein Kurzarbeit-Modell beschlossen, bei dem die Profis und das Trainer-Team auf null Prozent ihrer bisherigen Arbeitsleistung heruntergesetzt werden. Jeder Spieler musste der Vereinbarung zustimmen, dabei wurde nach unseren Informationen erheblicher Druck vonseiten des Vereins aufgebaut. Nach der Regelung bekommen die Betroffenen nur noch 60 oder 67 Prozent ihres letzten Nettolohns – was in den dieser Redaktion bekannten Fällen dazu führen würde, dass die beiden Spieler bei ihren monatlichen Einkünften auf ein Niveau fallen, das nur noch wenig über Hartz IV liegt.

Die Profis sind bei der Null-Prozent-Kurzarbeit außerdem nicht mehr über die Berufsgenossenschaft versichert, wenn sie sich individuell fit halten wollen. Außerdem darf Trainer Bernhard Trares ihnen keine konkreten Trainingspläne an die Hand geben. Andere Drittligisten wie Kaiserslautern umgehen diese Problematik, in dem sie die Arbeitsleitung auf 50 Prozent reduzieren.

Der Sportliche Leiter Jochen Kientz (Bild) hat bisher Berichte vehement dementiert, laut denen es unter den Spielern erheblichen Unmut aufgrund der Kurzarbeit-Variante gibt. „Die Mannschaft hat das vorbildlich angenommen. Es gibt auch andere Vereine, die das Null-Prozent-Modell gewählt haben, wir stehen da nicht allein. Es gibt auch andere Modelle, aber das Finanzielle dominiert momentan eben alles“, sagte der Manager noch am Montag.

Sollten die beiden Mannheimer Profis weiterhin nicht bereit sein, der Vereinbarung zur Kurzarbeit zuzustimmen, bliebe dem SVW nur eine Änderungskündigung, in der das Null-Prozent-Modell verpflichtend verankert wäre. Wenn die Abweichler auch dies ablehnen sollten, wären sie in der Konsequenz vertragslos und könnten den Verein verlassen.

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