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Tennis Nach positivem Test von Benoît Paire müssen auch seine Trainingspartner um Fortsetzung der US Open bangen

Corona-Chaos überschattet Auftakt

Archivartikel

New York.Der erste Ball war noch gar nicht gespielt bei den US Open, da erwischte das Thema Corona die Veranstalter und Profis bereits mit voller Wucht. Nach einem positiven Covid-19-Test durfte der Franzose Benoît Paire nicht zu seinem Erstrunden-Match antreten. Doch die Streichung des Namens aus dem Tableau sorgte nicht etwa für Beruhigung oder diente als Bestätigung für ein funktionierendes Hygiene- und Nachverfolgungskonzept. Im Gegenteil: Der Fall rief Verwirrung, Kritik und hitzige Debatten hervor.

„War ja klar“

Paire selbst vermeldete in den sozialen Netzwerken, dass es ihm gut gehe und er symptomfrei sei. Und schrieb dann noch den Satz: „Ich zögere noch, ob ich erzählen soll, was wirklich in dieser ,Fake Bubble’ passiert.“ Natürlich waren bei der Vielzahl der Tests positive Ergebnisse zu erwarten gewesen. „Es war ja klar, dass es irgendwann passieren würde“, sagte Deutschlands Nummer zwei Jan-Lennard Struff nach dem Einzug in die zweite Runde.

Aber dass es noch vor dem Start des Grand-Slam-Experiments in New York so weit war und es keinen Coach, Fitnesstrainer oder mittelbekannten Doppelspieler traf, sondern die Nummer 17 der Setzliste, bestimmte am Eröffnungstag (fast) alle Gespräche. Zumal der Fall Folgen hatte. Denn wie im Protokoll vorgesehen, sind auch die möglichen Kontaktpersonen von Paire von harten Einschränkungen betroffen.

Um wie viele Spieler es sich genau handelt, blieb zunächst unklar. Auch weil die Veranstalter keine Namen nennen. Von zehn bis elf Spielern war in einigen Medien die Rede. Alexander Zverev sorgte nach seinem Erstrunden-Sieg zunächst für Verwunderung mit Aussagen dazu, wer mit Paire wann Kontakt gehabt haben könnte. So zähle der Russe Daniil Medwedew, im vergangenen Jahr in New York im Finale, zur Gruppe der Betroffenen. Was dessen Trainer wenig später gegenüber einem Journalisten der „New York Times“ verneinte.

Wie viele Profis bemängelte Zverev, dass die Spieler nicht von den Organisatoren informiert worden seien. „Da haben sie nicht den besten Job gemacht. Wir haben die Sache mit Paire auch erst über die Medien erfahren“, kritisierte der 23 Jahre alte Hamburger bei „Eurosport“. „Ich finde, da hätten wir als Spieler zuerst Bescheid bekommen müssen. Wir müssen ja wissen, wer mit wem in Kontakt war.“

Erstrunden-Aus für Siegemund

Ungeachtet der Kritik lief das Turnier weiter. Dabei schied Fed-Cup-Spielerin Laura Siegemund bereits in der ersten Runde aus. Die 32 Jahre alte Schwäbin verlor am Dienstag gegen die an Nummer 16 gesetzte Belgierin Elise Mertens klar mit 2:6, 2:6 und war dabei völlig chancenlos. Die einseitige Partie dauerte lediglich 86 Minuten. Damit sind von den deutschen Damen nur noch Angelique Kerber und Anna-Lena Friedsam dabei. Die beiden Spielerinnen treffen am Mittwoch im deutschen Duell in der zweiten Runde aufeinander. Die Partie von Siegemund begann wegen Regens mit rund einer Stunde Verspätung, damit kam sie anfangs gar nicht zurecht. 

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