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Tennis Enttäuschende Titelverteidigerin scheitert in drei Sätzen an der angeschlagenen Weltranglisten-95. Lauren Davis (USA)

Die Energie fehlt – Debakel für Kerber

Archivartikel

London.Mit traurigen Augen nahm Vorjahressiegerin Angelique Kerber nach ihrem Wimbledon-Debakel Platz. Sie verschränkte die Arme auf dem Tisch, beugte sich nach vorn. Und versuchte zu erklären, warum sie sich ein Jahr nach ihrem Titel-Coup vom Ort ihres größten Triumphes schon nach der zweiten Runde verabschieden musste. „Es war überhaupt nicht mein Tag“, gab die 31-Jährige zu. „Die Energie war nicht da, ich weiß nicht, warum.“

Die Titelkandidatin hatte sich mit einer enttäuschenden Vorstellung blamiert und war an einer angeschlagenen Außenseiterin gescheitert. In skurrilen 1:54 Stunden an der Londoner Church Road wehrte sich die Kielerin viel zu wenig und schien sich beim 6:2, 2:6, 1:6 gegen die Weltranglisten-95. Lauren Davis in ihr Schicksal zu ergeben. An einem warmen Sommertag schied damit drei Tage nach dem desaströsen Erstrunden-Aus von Alexander Zverev auch die dreimalige Grand-Slam-Siegerin unerwartet früh aus.

„Ich bin natürlich traurig und enttäuscht und habe nicht die Leistung gebracht, die ich erwartet habe“, räumte die 31-Jährige ein. An gleicher Stelle hatte sich Kerber vor zwölf Monaten mit ihrem Sieg über die US-Amerikanerin Serena Williams zur ersten deutschen Wimbledonsiegerin seit Steffi Graf 1996 gekürt.

Auf die Titelverteidigung hatte sie die vergangenen Wochen ausgerichtet. Nun rang sich die ehemalige Nummer eins der Welt nur kurz ein gequältes Lächeln ab, ihre silberne Kette baumelte um ihren Hals, als sie sagte: „Ich muss das akzeptieren, ich muss das hinnehmen und das Match so schnell wie es geht vergessen.“ Für die Wimbledon-Championesse des Vorjahres war es der nächste Rückschlag nach dem Erstrunden-Aus bei den French Open, in Paris war sie aber nach einer Knöchelverletzung nicht fit.

„Ich habe das ganze Match über versucht, mein Spiel zu finden. Ich habe von Beginn an nicht gut gespielt“, erklärte Kerber. All die Hoffnungen auf den nächsten Coup von Kerber wurden nach dem vierten Turniertag obsolet, weil sie sich von einer Außenseiterin düpieren ließ. Davis war als Lucky Loser nur mit Glück ins Hauptfeld vorgerückt, weil eine andere Spielerin abgesagt hatte.

Am Tag des Kerber-Ausscheidens wurde es zur Nebensache, dass Jan-Lennard Struff und Julia Görges in die dritte Runde einzogen und am Samstag um den Einzug ins Achtelfinale spielen. Dominik Köpfer aus Donaueschingen fand nie in sein Spiel und scheiterte glatt am Argentinier Diego Schwartzman. Rafael Nadal hat das Duell mit Nick Kyrgios für sich entschieden und die dritte Runde erreicht. Der Spanier gewann 6:3, 3:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:3).