Tennis

Wimbledon Deutsche Tennis-Asse haben Probleme in London

Kerber mit Mühe – Zverev vor dem Aus

London.Alexander Zverev droht in Wimbledon das Zweitrunden-Aus, Angelique Kerber vermied mit Mühe einen herben Rückschlag. Die ehemalige Weltranglisten-Erste rettete sich mit einem Sieg des Willens über drei Sätze gegen US-Talent Claire Liu in die dritte Runde. Deutschlands Topspieler Zverev lag gestern Abend gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz mit 6:4, 5:7, 6:7 (0:7) hinten, als das Match wegen der einbrechenden Dunkelheit auf heute verschoben wurde. Zverev muss nach dem desolaten Tiebreak im dritten Satz seine Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen.

Jan-Lennard Struff will heute in seiner Drittrunden-Premiere Topfavorit Roger Federer ärgern. Auch Julia Görges und Philipp Kohlschreiber haben die Chance auf das Erreichen der besten 16.

In dem Youngster-Duell war der 21-jährige Zverev anfangs gegen den ein Jahr jüngeren Fritz mit seinen gewaltigen Grundschlägen und Aufschlägen der bessere Spieler. Nach dem Satz-Ausgleich konnte der Weltranglisten-Dritte jedoch nicht mehr sein Können abrufen.

„Alles rausschreien“

Kerber war beim 3:6, 6:2, 6:4 gegen die 18-jährige Liu weit entfernt von ihrem besten Tennis und wirkte danach leicht zerknirscht. „Ich kam nicht in mein Spiel rein“, haderte die Wimbledon-Finalistin von 2016. Die Nummer 237 der Welt hatte ihr an diesem Tag in der zweiten Runde arge Probleme bereitet. Im Kampf um den Achtelfinaleinzug wird Naomi Osaka sie deutlich mehr fordern. Gegen die Japanerin hatte die Linkshänderin bei den US Open in New York eine schmerzhafte Niederlage erlebt, als sie als Titelverteidigerin verunsichert in der ersten Runde scheiterte. „Das war 2017, daran denke ich nicht mehr“, behauptete Kerber. „Ich weiß, was auf mich zukommt. Sie wird versuchen, das Match zu dominieren. Da muss ich gegenhalten.“

Äußerst kritisch ging Kerber mit sich während des Spiels um. Sie stampfte mit dem Fuß auf den Boden, zuckte mit den Schultern. „Es geht nichts“, schrie sie nach einem Fehler. Ein Schlüssel war, dass Kerber sich bei 5:4 im dritten Satz auf ihren Aufschlag verlassen konnte. Sie glaube auch, dass sie mithilfe ihrer Emotionen den Weg zum Erfolg gefunden habe, sagte Kerber. „Einfach mal alles rausschreien, um sich ein bisschen freier zu fühlen.“ dpa