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Tennis Nach anfänglichen Problemen schlägt Alexander Zverev den Kroaten Borna Coric im Viertelfinale der US Open in vier Sätzen / Siegemund im Doppel-Endspiel

Noch zwei Siege fehlen zum großen Coup

Archivartikel

New York.Als erster deutscher Tennisprofi seit Boris Becker vor einem Vierteljahrhundert hat Alexander Zverev bei den US Open die Chance auf das Endspiel. Mit mehr Kampf als Klasse und nach einem desolaten Auftakt rang der 23-Jährige am Dienstag in New York den Kroaten Borna Coric nieder. 1:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:1), 6:3 lautete am Ende das Ergebnis in einem keineswegs hochklassigen Grand-Slam-Viertelfinale aus Sicht des Deutschen.

In einer skurillen Partie wirkte Zverev gegen die Nummer 27 der Setzliste phasenweise verkrampft. Zu viele Fehler, zu passiv, phasenweise zu wenig Mumm – der Hamburger zeigte einen eher schwachen Auftritt, bleibt aber drin im nach der Disqualifikation des serbischen Topfavoriten Novak Djokovic sehr offenen Titelrennen des ersten Grand-Slam-Turniers nach der Coronavirus-Pause.

Im Kampf um den Finaleinzug tritt Zverev am Freitag als Favorit gegen den Spanier Pablo Carreño-Busta oder den Kanadier Denis Shapovalov an. Gegen beide hat er eine knapp positive Bilanz. Einen Schritt weiter ist bereits Laura Siegemund. Als erste deutsche Tennisspielerin seit Claudia Kohde-Kilsch 1985 zog die Fed-Cup-Spielerin ins Endspiel im Damen-Doppel ein. Mit ihrer russischen Doppelpartnerin Vera Swonarewa gewann die Schwäbin das Halbfinale gegen die russische Paarung Anna Blinkowa und Veronika Kudermetowa 5:7, 6:3, 7:5 und spielt am Freitag um den Titel.

Zverev hat sieben Monate nach seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale bei den Australian Open zu Beginn des Jahres die zweite Chance auf sein erstes Endspiel bei einem der vier wichtigsten Turniere. Am Ende war er gegen den zunehmend ebenfalls zu fehlerhaften Coric der verdiente Sieger. Dabei hatte es lange nicht gut für ihn ausgesehen.

Wende im zweiten Satz

Nach dem verlorenen ersten Satz lag der erste deutsche US-Open-Viertelfinalist bei den Herren seit Tommy Haas 2007 auch im zweiten Abschnitt mit einem Break zurück. Zverev drehte die Partie, obwohl er sich mehrfach in Diskussionen mit der Schiedsrichterin aufrieb.

Im zweiten Satz beschwerte sich Zverev auch beim Oberschiedsrichter. Ein Ballwechsel wurde wiederholt, obwohl der Ausruf nach dem Schlag kam – und die Challenge den Ball noch gut gezeigt hatte. „Wie kann das sein?“, fragte Zverev. Anschließend verlor er nach eigenen Spielbällen wieder sein Aufschlagspiel zum 2:3. Auch TV-Experte Becker fühlte sich zwischenzeitlich „sprachlos“ angesichts des schwachen Auftritts des Deutschen. Doch Zverev kämpfte sich in den Tiebreak, schaffte den Satzausgleich. Becker hatte ein schwieriges und langes Duell vorhergesagt – das wurde es auch.

Erst nachdem er den zweiten Tiebreak des Matches für sich entschieden hatte, trat Zverev selbstsicherer auf. Bei 2:2 und 0:40 musste er noch mal eine knifflige Phase überstehen. 25 Jahre nach Becker hat also wieder ein deutscher Tennisprofi die Chance auf den Einzug ins Endspiel von New York. Bisher letzter deutscher Finalist war Michael Stich 1994, bisher letzter deutscher Champion Becker 1989. Bei den Damen hatte Angelique Kerber 2016 gesiegt. 

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