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Tennis Dominik Koepfer zieht bei widrigen Bedingungen in Paris in die zweite Runde ein / Frühes aus für Anna-Lena Friedsam

Wind, Kälte, Sieg

Archivartikel

Paris.Davis-Cup-Profi Dominik Koepfer hat bei den French Open den Wetterkapriolen getrotzt und bei seiner Paris-Premiere die zweite Runde erreicht. Der 26-Jährige gewann am Sonntag im Stade Roland Garros gegen den Franzosen Antoine Hoang 6:2, 3:6, 6:1, 6:1 und knüpfte dabei an seine starken Leistungen auf Sand in diesem Jahr an. Nächster Gegner ist der Schweizer Stan Wawrinka.

Für Anna-Lena Friedsam sind die French Open dagegen bereits wieder vorbei. Die Fed-Cup-Spielerin verlor gegen Alexandra Sasnowitsch aus Belarus mit 2:6, 6:2, 3:6. Bei widrigen äußeren Bedingungen musste sich die 26-Jährige nach 1:44 Stunden geschlagen geben. „Es waren schon extreme Bedingungen da draußen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so etwas in meiner Karriere schon einmal hatte“, sagte Friedsam nach ihrer Niederlage.

„Sportlicher Kulturschock“

Das vom Mai in den Herbst verlegte Sandplatz-Spektakel in Paris begann unter extrem schweren Bedingungen. Kälte, Wind und zu Beginn auch Regen machten allen Beteiligten zu schaffen. „Das ist ein sportlicher Kulturschock“, sagte Tennis-Legende Boris Becker als Experte im TV-Sender Eurosport zum Vergleich zu den Bedingungen bei den US Open in New York, die erst vor zwei Wochen zu Ende gegangen waren. „Die Bedingungen verlangsamen das Spiel extrem.“

Bei nasskaltem Wetter mit Temperaturen um die 10 Grad und Nieselregen waren vor allem auf den Außenplätzen die Herausforderungen für Spielerinnen und Spieler groß. Auf dem Court Suzanne Lenglen wurde die Partie zwischen Mitfavoritin Victoria Asarenka aus Belarus und Danka Kovinic aus Montenegro nach wenigen Minuten beim Stand von 2:1 für Asarenka unterbrochen. Vor allem US-Open-Finalistin Asarenka beschwerte sich über die Umstände. „Die Bedingungen waren am Anfang verrückt“, sagte Asarenka. Sie und ihre Gegnerin waren aufgefordert worden, auf dem Platz zu warten, bis der Regen etwas nachlässt. Doch Asarenka und Kovinic verließen den Court. „Ich sitze nicht bei acht Grad auf meinem Stuhl und warte und werde kalt“, sagte die einstige Nummer eins der Welt. Nach der halbstündigen Unterbrechung zeigte Asarenka eine souveräne Leistung und war danach erleichtert, ins Hotel zu dürfen. „Jetzt kann ich mir anschauen, wie die Anderen mit diesen harten Bedingungen klar kommen“, sagte Asarenka.

Topfavoritin Simona Halep tat sich in ihrem Auftaktmatch ebenfalls schwer, obwohl sie vor 1000 zugelassenen Zuschauern auf dem Court Philippe Chatrier unter geschlossenem Dach etwas besser vor den Wetterkapriolen geschützt war. Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzte sich die Rumänin an ihrem 29. Geburtstag gegen Sara Sorribes Tormo aus Spanien aber mit 6:4, 6:0 durch. Halep, die 2018 in Paris ihren ersten Grand-Slam-Titel holte, hatte erst am Montag das Masters-1000-Event in Rom gewonnen. Zuvor hatte sie auf eine Teilnahme an den US Open verzichtet.

Koepfer hatte gegen Hoang nur im zweiten Durchgang einen kleinen Durchhänger, siegte am Ende aber souverän. Beeindruckend war vor allem, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. 

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