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Modellstadt Mannheim Zusätzliche Busse werden gut angenommen / Neue Linie zwischen Popakademie und Hochschule geplant

2,1 Millionen mehr Fahrgäste

Mannheim/Ludwigshafen.Mehr verkaufte Fahrkarten, vollere Busse und Bahnen – so lautet die erste Zwischenbilanz, die Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht für den Modellversuch zur Senkung der Stickoxidwerte in der Stadt gezogen hat. Der Zuwachs belaufe sich auf etwa 2,1 Millionen Fahrgäste im ersten Halbjahr 2019. Insgesamt wurden in dem Zeitraum rund 38 Millionen Fahrgäste befördert.

Seit 1. Januar dieses Jahres gelten in Mannheim und Ludwigshafen um rund 30 Prozent verbilligte Fahrpreise für Bus und Bahn – als Versuch, möglichst viele Autofahrer zum Umsteigen auf den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Finanziert wird das Experiment, an dem neben Mannheim auch Herrenberg, Reutlingen, Bonn und Essen teilnehmen, mit 130 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt. Bis alle Maßnahmen abgerechnet sind, werden nach Spechts Angaben schätzungsweise 28 Millionen davon nach Mannheim fließen.

Trotz steigender Fahrgastzahlen wurden laut Specht noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Stickoxid-Belastung in der Innenstadt bekannt. Dies gilt auch für die vier anderen Modellstädte, deren Verkehrsversuche wie beispielsweise in Essen vor wenigen Wochen erst gestartet wurden oder der Beginn erst noch bevorsteht. In Bonn, wo eine Klage der Deutschen Umwelthilfe wegen zu hoher Stickoxidbelastungen vorliegt, gibt es nach Angaben einer Sprecherin ebenfalls noch keine Erkenntnisse über Auswirkungen der günstigeren Fahrpreise auf die Messwerte.

In Mannheim war der kritische Jahresmittelwert im Zentrum der Stadt gegen den langjährigen Trend leicht gestiegen. Zusätzliche Messungen in zwei Mannheimer Stadtteilen haben dagegen keine Überschreitungen des Stickoxid-Grenzwerts ergeben. Die wissenschaftliche Auswertung des Modellversuchs könne auch erst nach der Zwei-Jahres-Frist erfolgen, so Specht.

Klar sei aber, dass 5,9 Prozent mehr Fahrten im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum registriert wurden, auf einzelnen Strecken sogar wesentlich mehr: Eine mit den Förder-Millionen finanzierte zusätzliche sogenannte Verdichtungslinie zwischen der S-Bahnstation an der SAP Arena und dem Bahnhof Waldhof macht dort in Kombination mit der bestehenden Buslinie einen Zehn-Minuten-Takt möglich: Wo im vergangenen Jahr noch rund 7000 Fahrgäste am Tag registriert wurden, sind es den Angaben zufolge nun gut 9000 Passagiere pro Schultag.

Geplant sei deshalb, ab November eine neue Busline zwischen Popakademie und Hochschule Mannheim so einzurichten, dass in der Innenstadt ebenfalls ein Zehn-Minuten-Takt gewährleistet wird.

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