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Hitze Hohe Temperaturen und Trockenheit belasten Region / Mannheimer Messgerät defekt

42,6 Grad: Nie war es so heiß in Deutschland

Archivartikel

Rhein-Neckar/Offenbach.Zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist am Donnerstag in Deutschland die 42-Grad-Marke geknackt worden: Lingen in Niedersachsen meldete nach vorläufigen Daten 42,6 Grad. Der bisherige Höchstwert lag bei 40,3 Grad im unterfränkischen Kitzingen.

In Mannheim gab es Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge Probleme mit dem Messgerät. Ab 14 Uhr seien wegen eines technischen Defektes keine Werte mehr übertragen worden, teilte der DWD mit. Bis zu diesem Zeitpunkt zeigte das Thermometer rund 39 Grad an. Bisheriger Spitzenreiter war mit 39,8 Grad der 7. August 2015. Die Hitze und die Trockenheit haben in der Region auch negative Seiten gezeigt: So hat eine Reihe von Bränden einen Millionenschaden angerichtet. In der Nacht zum Donnerstag suchte ein Polizeihubschrauber bei Viernheim nach einem Brandherd in einem Wald. Die 600 Quadratmeter große brennende Fläche konnte aber schnell gelöscht werden.

DGB plädiert für Wettergeld

Die Temperaturen machten Bus- und Bahnfahrern zu schaffen. Wie die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) erklärte, steigt die Zahl der Ausfälle in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg seit der Hitzeperiode an. Am Donnerstag fielen bis zum Nachmittag zehn Fahrten aus. Unterdessen diskutiert die Bundespolitik das Thema Hitze. Ein „Recht auf Homeoffice“ für Büroangestellte und ein „Recht auf Hitzefrei“ für Arbeitnehmer mit Freiluftberufen fordern die Grünen. Die Klimakrise sei eine Gefahr für die Gesundheit, heißt es in einem „Hitzeaktionsplan“ der Bundestagsfraktion. Wer im Freien arbeite und der Hitze ausgesetzt sei – etwa auf dem Bau oder in der Landwirtschaft –, müsse „bei gesundheitsgefährdender Hitze“ ein Recht auf Hitzefrei bekommen. Der Gewerkschaftsbund DGB schlägt vor, bei Sommerhitze einen Ausgleich für Arbeitszwangspausen zu zahlen. / bejujei/mai/dpa

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