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Ludwigshafen Fachleute empfehlen Rathaus-Neubau / Auf die Stadt kommen Kosten von rund 300 Millionen Euro zu

Abriss günstiger als Sanierung

Archivartikel

Ludwigshafen.Ein Neubau des Ludwigshafener Rathauses am jetzigen Standort wäre wirtschaftlicher als eine Sanierung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungsbüros Drees & Sommer (Frankfurt), die am Montag in der Sitzung des Hauptausschusses vorgestellt wurde.

Ein vollständiger Abbruch und Neubau würde demnach rund 295 Millionen Euro kosten, während eine Sanierung mit mehr als 300 Millionen Euro zu Buche schlagen würde, berichtete Projektleiter Moritz Unterstab. Daneben sehen die Experten vor allem eine effizientere Nutzung der Fläche und eine größere Flexibilität bei der Architektur als Vorteile eines neuen Rathauses. Bei dieser Variante würde das Rathaus-Center, das die Stadt zugunsten einer Planungshoheit beim Projekt Hochstraße Nord für 46 Millionen Euro gekauft hatte, vollständig abgerissen und überplant werden. Die Umsetzung des Projekts würde nach Angaben des Chefplaners neun Jahre dauern. Sollte also bereits im nächsten Jahr eine Entscheidung gefällt werden, wäre das neue Rathaus im Jahr 2029 bezugsfertig.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse handelte es sich jedoch nur um eine erste Information. Die Fraktionen sollen sich die Untersuchung in den kommenden Wochen ansehen, damit eine eingehendere Überprüfung der bevorzugten Variante eingeleitet werden kann.

„Wollen zentrale Anlaufstelle“

Die zehn oberen Stockwerke des sanierungsbedürftigen Rathauses sind im Jahr 2015 aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Rund 330 Verwaltungsmitarbeiter mussten in Ausweichgebäude in der Stadt ziehen. Laut Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) ist es eines der größten Ziele, die Verwaltung wieder unter ein Dach zu bringen. „Wir wollen den Bürgern eine zentrale Anlaufstelle für ihre Anliegen bieten“, so die Stadtchefin.

Dass ein neues Rathaus an einem anderen Standort gebaut werden könnte, ist unwahrscheinlich. „Es wurden andere Grundstücke geprüft, die wir jedoch alle wieder verworfen haben“, sagte Steinruck.

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