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Pandemie Lage bundesweit und in der Region weiterhin ernst / Ludwigshafener Eberthalle wird Impfzentrum

Ärzte planen Fieberambulanz auf dem Maimarktgelände

Mannheim/Ludwigshafen/Berlin.Die in der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zusammengeschlossenen niedergelassenen Ärzte planen eine Fieberambulanz auf dem Mannheimer Maimarktgelände. Dort sollen – voraussichtlich ab Anfang Dezember – Corona-Abstriche auch aus dem Auto heraus möglich sein. Das teilte Mathias Berthold, der Pandemiebeauftragte der KV, dieser Redaktion auf Anfrage mit. Die Ambulanz soll Hausarztpraxen bei weiter steigenden Patientenzahlen entlasten.

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland haben sich aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) dank der strengeren Eindämmungsmaßnahmen im November auf hohem Niveau stabilisiert. Die Lage sei aber weiterhin sehr ernst, betonte RKI-Chef Lothar Wieler. Ob es sich um eine Trendwende handle, könne man noch nicht sagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet indes schon im Dezember oder „sehr schnell nach der Jahreswende“ mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Europa. „Und dann wird das Impfen natürlich beginnen“, sagte die CDU-Politikerin.

Mehr Infizierte in Pflegeheimen

Die Stadt Mannheim hat am Donnerstag einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt gegeben – ein über 80 Jahre alter Mann starb in einer Pflegeeinrichtung. Dem Gesundheitsamt wurden bis 16 Uhr zudem 124 weitere Fälle nachgewiesener Infektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle erhöht sich damit auf 3936. Der 7-Tage-Inzidenz liegt nun bei 227,9 – ein neuer Höchstwert. In vielen Mannheimer Alten- und Pflegeheimen hat sich die Situation seit Wochenbeginn verschärft. Mehrere Einrichtungen meldeten am Donnerstag eine gestiegene Zahl an infizierten Bewohnern und Mitarbeitern.

In Ludwigshafen gibt es konkrete Pläne für Impfungen gegen Corona. Die Stadtverwaltung habe die Eberthalle als Impfzentrum ausgewählt, so Dezernent Andreas Schwarz (SPD). Am 15. Dezember soll die Einrichtung in Betrieb gehen. Ab Januar würden die Kapazitäten schrittweise ausgebaut. Eine interkommunale Lösung mit Speyer, Frankenthal und dem Rhein-Pfalz-Kreis sei wegen der Vielzahl zu erwartender Impfungen verworfen worden.

Unterdessen könnten die Proteste und Störungen im Bundestag während der Debatte über das Infektionsschutzgesetz für die Beteiligten juristische Folgen haben. Der Bundestag will die rechtlichen Mittel ausschöpfen und prüft auch strafrechtliche Konsequenzen gegen AfD-Abgeordnete, die Störer ins Gebäude eingeladen haben. Darauf verständigte sich am Donnerstag der sogenannte Ältestenrat der im Bundestag vertretenen Fraktionen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

Während der Debatte waren am Vortag auf den Fluren des Reichstagsgebäudes Abgeordnete von Besuchern bedrängt, gefilmt und beleidigt worden, darunter Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die Störer filmten die Aktion und stellten das Video ins Internet. (mit dpa)

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