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Coronavirus Gesundheitsminister halten an bisheriger Sicherheitsmaßnahme fest / Kritik vom Handelsverband

Alle 16 Länder sind sich einig: Die Maske bleibt auf

Archivartikel

Berlin.Die Maskenpflicht im Kampf gegen Corona wird in Deutschland vorerst weiterhin gelten – auch im Einzelhandel. Die 16 Gesundheitsminister der Länder einigten sich am Montag darauf, die Maskenpflicht nicht aufzuheben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Schalte der Ressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus Kreisen der Gesundheitsminister. Zur Begründung hieß es, es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie wäre vorbei.

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einer Abschaffung der coronabedingten Maskenpflicht in Geschäften eine klare Absage erteilt. „Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Dies sei nötig, um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um die Mitmenschen und sich selbst zu schützen.

Weitgehender Konsens

Diese Position wurde über Partei- und Ländergrenzen hinweg geteilt. So sprachen sich unter anderem die Vorsitzenden von CDU, CSU und SPD – Annegret Kramp-Karrenbauer, Markus Söder und Saskia Esken –sowie verschiedene Landesregierungen gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht aus. Seibert ergänzte, die Beibehaltung sei jetzt in der Ferienzeit wichtig. „Auch Regionen, die womöglich jetzt sehr geringe Fallzahlen hatten, bekommen nun Zulauf aus anderen Teilen des Landes.“

Zahlreiche Bundesländer lehnen eine Abschaffung ab. „Das Tragen einer Alltagsmaske hilft, die Ansteckungsgefahr zu verringern“, teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz mit. Eine Sprecherin der Regierung in Baden-Württemberg erklärte ebenfalls: „Die Maskenpflicht bleibt zentraler Bestandteil unserer Strategie.“ Auch Hessen hält zur Eindämmung des Coronavirus an der Maskenpflicht fest, sagte eine Regierungssprecherin am Montag auf Anfrage in Wiesbaden.

Ein Sprecher des Handelsverbandes HDE sagte hingegen: „Wir stellen fest, dass Masken die Shopping-lust der Kunden hemmen“, sagte er. Sowohl Verkäufer als auch Kunden in der Mannheimer Innenstadt haben sich am Montag auf Nachfrage mehrheitlich für die Maskenpflicht ausgesprochen. Insbesondere Verkäufer, die auch beratend tätig sind, befürworten die Regelung überwiegend, auch wenn das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes anstrengend sei. Teilweise wird aber auch kritisiert, dass durch die Maske viele Menschen die Abstandsregelung nicht einhalten würden, da sie sich zu sicher fühlen. dpa

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