Thema des Tages

Rhein-Neckar Trotz Hochkonjunktur Sorge wegen US-Handelspolitik

Angst vor Trump sitzt Wirtschaft im Nacken

Archivartikel

Stuttgart/Mannheim.Den Betrieben aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar geht es ausgezeichnet. Das ist zumindest das Ergebnis der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage von April, an der sich 519 Unternehmen beteiligt haben. Mehr als die Hälfte der Unternehmen in der Region meldet gute Geschäfte, jedes dritte Unternehmen will in den kommenden zwölf Monaten mehr investieren. Auch im restlichen Baden-Württemberg herrscht Hochkonjunktur. Bei einer Umfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) schätzten 96 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut (60 Prozent) oder befriedigend (36 Prozent) ein. „Der Wirtschaft geht es super, der Arbeitsmarkt brummt“, sagte BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke gestern bei der Vorstellung der Studie.

107 000 unbesetzte Stellen

Während sich die Stimmung im Einzelhandel leicht verschlechterte, verzeichnete der Großhandel in Baden-Württemberg demnach weiter gute Geschäfte. In der Industrie hätten viele Betriebe dank hoher Nachfrage aus In- und Ausland ihr Produktionsmaximum erreicht. Der Baubranche gehe es so gut wie nie. Mehr als alle anderen Sektoren sei sie jedoch vom Fachkräftemangel betroffen, sagte Grenke. Mehr als 107 000 Stellen sind laut BWIHK derzeit im Südwesten unbesetzt. Ähnlich sieht es auch in der Region aus. 57 Prozent der befragten Betriebe sehen im Fachkräftemangel einen Hemmschuh für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Er werde für manche Branchen zum „Geschäftsrisiko Nummer eins“, so Axel Nitschke, Hauptgeschäftsführer der IHK-Rhein-Neckar.

Viele Betriebe im Südwesten und der Region sehen zudem die unberechenbare Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump mit Sorge. In der Region habe sich die Gefahr weltweiter Handelskonflikte negativ auf die Stimmung der Industrie ausgewirkt, erklärte Nitschke. Die Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe für Nordamerika seien auf dem niedrigsten Wert seit neun Jahren. gbr/dpa