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Gesundheit Mannheimer Apotheker und Pharmagroßhändler Phoenix warnen vor Medikamentenknappheit

Arznei-Lieferengpässe „in einigen Bereichen katastrophal“

Mannheim.Ob Ibuprofen als Schmerzmittel oder Simvastatin als Cholesterinsenker: Eine stockende Versorgung bei gängigen Medikamenten wird für Apotheken und Patienten zu einem immer größeren Problem. Der pharmazeutische Großhändler Phoenix mit Sitz in Mannheim sieht für die Knappheit eine Vielzahl an Gründen: „Seit einigen Jahren ist eine Verlagerung der Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe in außereuropäische Länder bei gleichzeitiger Konzentration auf wenige Produktionsstätten zu beobachten. Treten dort Schwierigkeiten auf, kann der weltweit wachsende Bedarf nicht bedient werden“, teilt ein Sprecher mit.

„Die Lage ist in einigen Bereichen katastrophal“, berichtet auch Fatih Oral, Inhaber der Europa-Apotheke auf den Mannheimer Planken. „Wenn Menschen ihre Impfungen, Blutdruckpräparate oder Schilddrüsenmedikamente nicht bekommen, ist das schon nicht ganz so einfach für uns wie auch für die Patienten.“

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat aktuell etwa 270 Meldungen über Lieferengpässe erfasst – bei rund 103 000 zugelassenen Arzneimitteln in Deutschland. Die Behörde gibt allerdings Entwarnung: Ein Lieferengpass sei noch lange kein Versorgungsengpass, da es oft alternative Mittel gebe.

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