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Mobilität Klima-Proteste vor dem Messebeginn am Donnerstag / Viele bekannte Hersteller sagen in Frankfurt ab

Auto-Krise schwächt IAA

Frankfurt.Jahrzehntelang war sie der Ort, an dem Deutschlands mächtige Autoindustrie ihre Muskeln spielen ließ. IAA in Frankfurt – das hieß: immer mehr und immer größere Modelle, Glanz und Glamour. Verschärfte Klimaziele, der rasante Wandel der Mobilität und trübe Konjunkturaussichten nehmen die Branche nun aber in die Mangel. Obendrein richten sich die Veranstalter auf heftige Öko-Proteste ein.

Die große PS-Show fällt in eine Phase wachsender Unsicherheit. Die Geschäfte laufen derzeit recht bescheiden: kaum ein Hersteller oder Zulieferer, der nicht über schwindende Gewinne klagt. Die Märkte sind aus dem Takt, viel Geld muss zudem in neue Technik gesteckt werden.

Daneben stehen noch ganz andere Herausforderungen. Die Autoindustrie bekommt trotz des vielbeschworenen „Hochlaufs“ der E-Mobilität immer stärkeren Gegenwind von Klimaschützern. Aktivisten haben angekündigt, den Konzernen die Messe-Party verderben zu wollen. Frankfurts Polizei rüstet sich für Großeinsätze.

Branche spricht Kritiker an

Der Branchenverband VDA will auf die Kritiker zugehen. Die Branche werde ihre Klimaziele bis 2030 erreichen, sicherte Präsident Bernhard Mattes zu. Die Autobauer sehen sich in der CO2-Debatte wegen ihres Vorstoßes bei E-Autos als Teil der Problemlösung – was ihre Gegner wegen der immer öfter verkauften, großen und durstigen Stadtgeländewagen (SUVs) deutlich bezweifeln.

In die SUVs nun Elektromotoren einzubauen, reiche bei weitem nicht aus, moniert etwa BUND-Vize Ernst-Christoph Stolper. Für die Pendler in den Ballungsräumen fehle ein preisgünstiges Elektroauto für vielleicht 15 000 Euro. Die Autoindustrie setze weiter auf ihre Oberklassenstrategie, statt das Auto von unten neu zu denken. Die IAA müsse aufpassen, dass sie nicht das Schicksal der eingestellten Computermesse Cebit ereile.

Auf der Messe selbst, die am 12. September mit dem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel offiziell beginnt, gibt es zudem einen „Bürgerdialog“. Dessen Thema sollen „ökonomische, ökologische und soziale Aspekte einer nachhaltigen individuellen Mobilität“ sein.

Unabhängig vom Widerstand der Autokritiker steckt die IAA in der Krise. Mattes räumt ein, es könne angesichts der Ansprüche von Ausstellern, Besuchern und Gesellschaft nicht mehr nur darum gehen, Modelle zu „Marketingzwecken“ auf Hochglanz zu polieren. Etliche Aussteller kehren der IAA den Rücken – dieses Mal fehlen etwa Fiat, Peugeot, Citroën, Nissan, Toyota und Volvo. Das freilich liege auch an der angespannten Lage einiger Firmen, so Experten Ferdinand Dudenhöffer: „Die Rezession im weltweiten Autogeschäft erzwingt Sparrunden bei Autobauern und Zulieferern.“ dpa

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