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Verkehr Die von Städten und Bürgerinitiativen geforderte Konsensvariante ist vom Tisch / Offene Tunnelbauweise von der DB bevorzugt

Bahn legt ICE-Trasse nach Mannheim fest

Archivartikel

Rhein-Main/Rhein-Neckar.Die Deutsche Bahn hat ihre Vorzugsvariante für die neue ICE-Strecke von Frankfurt nach Mannheim vorgestellt. Demnach soll die Trasse von Frankfurt zunächst entlang der Autobahn A 5 verlaufen und später der A 67 folgen. Ab Lorsch wird die Strecke teilweise unterirdisch – in offener Bauweise – und stückweise in Trögen zurückgelegt. Eine geforderte Kon-senstrasse, nach der die Strecke weiter der A 67 folgen und später durch das Waldstück zwischen Lampertheim und Viernheim führen sollte, ist vom Tisch.

Südlich von Lorsch soll es durch den Lampertheimer Wald gehen und tief gelegen die Mannheimer Gemarkung passieren. Kurz vor dem Bahnhof Mannheim-Waldhof soll die Trasse emporsteigen.

Stefan Dallinger, Vorsitzender des Verbandes Region Rhein-Neckar, ist glücklich mit dieser Entscheidung: „Die vorgeschlagene Variante im Bereich unserer Metropolregion Rhein-Neckar, insbesondere die Tunnellage zwischen Lorsch und Mannheim, begrüße ich ausdrücklich“, schreibt er auf Anfrage. „Die Vorzugstrasse entspricht im Wesentlichen der Beschlusslage der regionalen Gremien und erfüllt somit wichtige regionale Forderungen.“

Positiv reagiert auch Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz: „Unter der Berücksichtigung der Schutzgüter Mensch, Umwelt, Boden einerseits und der verkehrlichen, technischen und wirtschaftlichen Belange andererseits schneidet die schnelle Tunneldiagonale am besten ab“, teilte er auf Anfrage mit. Aber: „Um optimalen Lärmschutz für unsere Bevölkerung zu erreichen, sollte der Tunnel durch unser Stadtgebiet weitergeführt werden.“

Kritik vom Ried und der Bergstraße

Doch es gibt auch Kritik: „Freitag, der 13.“ – so kommentierte der Lorscher Bürgermeister Christian Schönung die Vorzugsvariante. Einen Tunnel unter der Erde, der in Lorsch und Einhausen entlang der A 67 gefordert wurde, hat die Bahn ignoriert. Als „breite Enttäuschung“, bezeichnete es auch Reimund Strauch. Der Einhäuser ist Vorsitzender des Vereins „Mensch vor Verkehr“.

Auch wenn man im Bensheimer Rathaus auf Lärmschutz für Langwaden, Lorsch und Einhausen drängt, reagierte man „sehr erleichtert und erfreut“ darüber, dass die Trasse nicht mit der A 5 gebündelt werden soll. Die Forderung nach einem bergmännischen – also komplett unter die Erde verlegten – Tunnel hält der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer aufrecht.

Bürgerinitiativen werfen der Bahn veraltete Planungsgrundlagen vor. Sie seien für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 berechnet. Für ein Projekt also, „dessen Schienen zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in der Erde liegen“, kritisiert der Sprecher der Interessengemeinschaft Bahnregion Rhein-Neckar 21, Gunther Mair. Er fordert daher zwei weitere Gleise.

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