Thema des Tages

Fuchsräude Einzelne Fälle auch im Landkreis Karlsruhe / Übertragung auf Hunde möglich

Befallene Tiere meist schwer gezeichnet

Bruhrain.In einigen Teilen Baden-Württembergs, so in Südbaden, und auch in Hessen berichten Tageszeitungen derzeit über das Auftauchen einer fast vergessenen Plage in den heimischen Wäldern: der Fuchsräude. "Das ist ein von der Milbenart Sarcoptes scabiei verursachtes Leiden, das vor allem Füchse, aber auch Hunde befällt und das leicht vom Fuchs auf den Hund oder auch von Hund zu Hund übertragen werden kann", erklärt die Karlsruher Tierärztin Ruth Kothe, warum das Auftauchen der Fuchsräude bei vielen Hundebesitzern für Unruhe sorgt. Wie die Situation im Landkreis aussieht, ist allerdings nicht genau bekannt.

"Die Fuchsräude fällt nicht unter die meldepflichtigen Krankheiten, deshalb gibt es auch keine statistischen Daten, auch nicht im Veterinäramt", sagt Ruth Kothe. Einzelne Fälle wurden aber auch im Landkreis von Jägern beobachtet. Beispielsweise in Karlsdorf-Neuthard. "Ich habe bei uns auf dem Gelände der Greifvogelpflegestation jüngst einen durch die Räude gestorbenen Fuchs gefunden", berichtet einer der beiden Leiter der Station, Hans-Jürgen Görze. Und auch in Stutensee-Spöck fand der Jäger Thomas Hornung einen an der Räude gestorbenen Fuchs. Erkennen kann man die Krankheit relativ einfach. Die befallenen Tiere sind nämlich meist schwer gezeichnet. "Die Milben leben auf der Haut der befallenen Tiere und rufen dort allergische Reaktionen hervor. Die weiblichen Milben fressen sogar Gänge in die Haut ihrer Wirtstiere und legen dort ihre Eier ab", beschreibt Ruth Kothe das Treiben der Parasiten. Die Folgen seien ein schrecklicher Juckreiz, Fellverlust, blutig gekratzte und oft stark verschorfte Hautpartien.

"Am Ende verenden die Tiere dann oft an Sekundärinfektionen, also an Krankheitserregern, die über die aufgekratzten Stellen in den Körper des kranken Tieres eindringen", erzählt die Tierärztin. Symptome, die auch bei befallenen Hunden auftreten. Während Füchse aber oft nach einem langen Siechtum an der Krankheit verenden, gibt es für Hunde Hilfe beim Tierarzt. "Glücklicherweise haben wir Präparate, mit denen wir die Räude behandeln können", beruhigt Ruth Kothe besorgte Hundebesitzer.

Zu einer Ansteckung mit den Parasiten kann es übrigens nicht nur durch einen direkten Kontakt von frei laufenden Hunden mit lebenden oder toten Füchsen kommen, der bloße Kontakt mit einer von befallenen Füchsen berührten Stelle kann manchmal schon reichen. zg