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Justiz Klage des Südhessischen Klinikverbundes stattgegeben / Mannheimer Universitätsmedizin geht leer aus

Bensheimer Stiftung soll Millionen-Schadenersatz zahlen

Archivartikel

Karlsruhe/Bensheim/Mannheim.Im Rechtsstreit um die Insolvenz des Südhessischen Klinikverbundes (SHK) hat das Karlsruher Oberlandesgericht sein Urteil gefällt. Die katholische Stiftung Heilig-Geist-Hospital Bensheim wurde dazu verpflichtet, 5,35 Millionen Euro Schadenersatz an den SHK zu zahlen. Ihre Anwälte kündigten aber an, für diese Summe müsse vertragsgemäß die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) aufkommen. Diese hatte in Karlsruhe gemeinsam mit dem Klinikverbund – an dem sie 95 Prozent der Anteile trägt – geklagt und ging nun leer aus.

Über den Klinikverbund hatte die UMM 2013 die defizitären Krankenhäuser in Lampertheim, Bensheim und Lindenfels übernommen. Drei Jahre später meldete der SHK Insolvenz in Eigenverantwortung an.

Daraufhin verklagte die Universitätsmedizin die Stiftung. Diese habe ihr das Ausmaß der finanziellen Probleme jener Krankenhäuser verschleiert. Damit war sie jedoch im Dezember 2017 bereits vor dem Mannheimer Landgericht gescheitert. Auch in zweiter Instanz urteilte nun das Oberlandesgericht, die wirtschaftliche Lage sei zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses allen Beteiligten ausreichend bekannt gewesen.

Die Kläger hatten rund 30 Millionen Euro Schadenersatz gefordert. 5,35 Millionen soll die Stiftung jetzt allein im Zuge der sogenannten Unterbilanzhaftung zahlen. Dabei geht es darum, wie der Verkauf eines weiteren Krankenhauses in Offenbach verbucht wurde. sma

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