Thema des Tages

Atomabkommen Bundesregierung äußert sich besorgt / Washington bleibt bei harter Linie

Berlin warnt USA vor Krieg mit dem Iran

Brüssel/Teheran.Angesichts neuer Spannungen in der Golfregion haben Deutschland und Großbritannien die USA vor einem Krieg mit dem Iran gewarnt. Die Bundesregierung sei sehr besorgt und wolle nicht, dass es zu einer militärischen Eskalation komme, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Brüssel. Unterdessen nährten Berichte über angebliche Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman Befürchtungen, dass sich die Lage weiter verschärfen könnte.

Der britische Außenamtschef Jeremy Hunt mahnte, es dürfe nicht versehentlich zu einem Konflikt kommen – „mit einer Eskalation, die von keiner Seite gewollt ist“. Mit Blick auf den seit Monaten ungelösten Streit über das Atomabkommen mit dem Iran machte Maas deutlich, dass sich die EU dem Druck der USA nicht beugen wolle. „Wir sind uns in Europa einig, dass dieses Abkommen für unsere Sicherheit notwendig ist.“

Druck massiv erhöht

US-Präsident Donald Trump schlug im Weißen Haus drohende Töne an. An die Adresse der Führung in Teheran sagte er: „Es wird ein großes Problem sein, wenn etwas passiert. Sie werden keine glücklichen Menschen sein.“ Trump fügte hinzu: „Wenn sie etwas tun, werden sie sehr leiden.“ Worauf er sich konkret bezog, sagte er nicht. Die USA hatten den Druck auf die iranische Führung zuletzt massiv erhöht, unter anderem mit Sanktionen und militärischen Drohungen.

Schon vor einem Jahr war Trump einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen. Er hatte dem Iran vorgeworfen, Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu unterstützen. Die Europäer wollen das Atomabkommen dagegen erhalten und verweisen darauf, dass der Iran bisher alle Verpflichtungen einhält. Pompeo hielt nach Angaben von Diplomaten am Montag an der Forderung fest, die harte Linie Washingtons zu unterstützen. dpa