Thema des Tages

Kanzlerin-Nachfolge AKK pocht auf ihr Vorschlagsrecht

CDU-Chefin will Kandidat aussuchen

Berlin/Heidelberg.Die neue Chefin der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), hat eine Personaldebatte um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel zurückgewiesen. Wie alle anderen CDU-Vorsitzenden vor ihr werde auch sie einen entsprechenden Vorschlag machen, mit welchem Spitzenkandidaten die Partei in die Bundestagswahl 2021 gehe, sagte Kramp-Karrenbauer dieser Zeitung. Einer vorzeitigen Ablösung von Merkel als Regierungschefin erteilte sie zudem eine Absage: Die Koalition sei für die komplette Wahlperiode bis 2021 gewählt. Bis dahin solle sie auch ihre Arbeit machen. „Das hat auch etwas mit der Position der Stärke von Deutschland und der Kanzlerin etwa bei anstehenden europäischen Verhandlungen zu tun“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Gestern hat die CDU-Spitze in Potsdam ihre zweitägige Klausur begonnen und will dort unter anderem ihren Kurs für die Europawahl und die Landtagswahlen in diesem Jahr abstecken. Erstmals findet die Klausur nun aber unter Führung von Kramp-Karrenbauer statt, die sich auf dem Parteitag im Dezember knapp gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz durchgesetzt hatte. Viele in der Partei, insbesondere vom Wirtschaftsflügel, wünschen sich dennoch eine wichtige Rolle von Merz in der Partei.

Diskussion über Profil

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) hatte sogar eine Kanzlerkandidatur von Merz befürwortet. Kramp-Karrenbauer lehnte das ab. Dieser Zeitung sagte sie in Heidelberg: „Wir müssen so gute Antworten auf die drängenden Probleme der Menschen geben, dass sie uns vertrauen und uns wählen.“

Der Chef des Unions-Mittelstands, Carsten Linnemann, sprach sich für eine Rückbesinnung auf die Markenkerne der CDU und eine „Politik des gesunden Menschenverstands“ aus. Die CDU müsse sich auf „Innere Sicherheit“ und „Soziale Marktwirtschaft“ besinnen und diese mit konkreten Reformen glaubwürdig mit Leben füllen. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans forderte ein schärferes Profil der Union in der Regierung. mad/dpa