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Kanzlerkandidatur Union debattiert über Merkel-Nachfolge / Merz: Diskussion „völlig irre“

CDU-Fraktion stützt Kramp-Karrenbauer

Berlin.Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat sich für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer als nächste Kanzlerkandidatin der Union ausgesprochen – und damit für heftige Diskussionen gesorgt. Auf die Frage, ob Kramp-Karrenbauer rasch ins Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wechseln solle, sagte er der Deutschen Presse-Agentur, die Vorsitzende habe viel zu tun mit der Neuaufstellung der CDU. „Und sie wird auch unsere nächste Kanzlerkandidatin sein. Insofern ist das ihre Entscheidung, was der beste Weg dafür ist.“

Führende CDU-Politiker bemühen sich nun, die Diskussion über die künftige Kanzlerkandidatur von CDU und CSU einzudämmen. Aus Sicht von Volker Bouffier, CDU-Vize und Hessens Ministerpräsident, hat die Parteivorsitzende „selbstverständlich“ das Erstzugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur. „Das war immer so und das bleibt auch so“.

Streit wegen Urwahl

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz will sich nicht an einer Debatte um die Kanzlerkandidatur beteiligen. Man stehe nicht vor Wahlen, sagte er und fügte hinzu: „Das ist eine völlig irre Diskussion. Punkt.“ Merz war im vergangenen Dezember Kramp-Karrenbauer knapp im Rennen um den Parteivorsitz unterlegen. Auf die Frage, wie er dazu stehe, dass der Unionskanzlerkandidat in einer Urwahl ermittelt werden könnte, antwortete Merz: „Ich habe eine ganz grundsätzliche Meinung zum Thema Mitgliederbefragungen, und die ist ziemlich negativ.“ Mitgliederbefragungen könnten eine Partei spalten.

Nach dem Desaster der CDU bei der Europawahl und der Kritik am Umgang mit dem Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo war auch in Teilen der Partei die Eignung Kramp-Karrenbauers für das Kanzleramt infrage gestellt worden. Über einen Wechsel der Vorsitzenden auf einen Kabinettsposten wird häufig spekuliert, da sie in diesem Fall mehr Möglichkeiten hätte, sich zu profilieren. 

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