Thema des Tages

Umfragen Nach umstrittener Ministerpräsidenten-Wahl hätte Rot-Rot-Grün bei Abstimmung jetzt eine Mehrheit

CDU stürzt in Thüringen dramatisch ab

Erfurt/Mannheim.Die CDU-Bundesspitze hat SPD und Grüne in Thüringen aufgerufen, die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten mit der Nominierung eines Kompromisskandidaten zu ermöglichen. Nach dem Eklat um die Wahl des Regierungschefs Thomas Kemmerich (FDP) mit Stimmen der AfD forderte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer am Freitag, schnell für stabile und klare Verhältnisse zu sorgen. Wenn der Versuch scheitere, dies innerhalb des Parlaments zu erreichen, seien Neuwahlen unausweichlich.

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge könnte Rot-Rot-Grün in Thüringen wieder auf eine Mehrheit hoffen, wenn es an diesem Sonntag eine Neuwahl gäbe. Die Linke des bisherigen Ministerpräsidenten Ramelow würde demnach deutliche Zugewinne verbuchen, während die CDU fast die Hälfte ihrer Wähler verlöre. Die FDP von Kemmerich käme nicht einmal in den Landtag.

Der schwer unter Druck geratene FDP-Parteichef Christian Lindner überstand am Freitag eine Vertrauensfrage im Bundesvorstand. Er erhielt bei einer Abstimmung 33 Ja-Stimmen von 36. Auslöser der Krise war die Wahl Kemmerichs am Mittwoch zum Thüringer Regierungschef mit Stimmen der AfD sowie der CDU.

Laut einer Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat die Mehrheit (58 Prozent) angegeben, dass Kemmerich das Amt nicht hätte annehmen dürfen. 33 Prozent finden es richtig, dass er sich mit den Stimmen der AfD zum Regierungschef wählen ließ. Andrea Wolf von der Forschungsgruppe gab zu bedenken, dass ein Ministerpräsident, dessen Partei nur fünf Prozent geholt hat, ohnehin „politisch nicht vermittelbar“ sei. was/dpa

Zum Thema