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Innenstadt Große Teile von Fressgasse und Kunststraße in Mannheim sollen autofrei werden / Kritik von IHK und Handelsverband

CDU will Fußgängerzone erweitern

Archivartikel

Mannheim.Die Fußgängerzone in der Mannheimer Innenstadt deutlich ausbauen, die Aufenthaltsqualität dort steigern – ohne allerdings Autofahrer zu verprellen: Die CDU-Fraktion ist am Freitag mit einem Antrag für die Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag in die Offensive gegangen. Sie fordert in ihrem Konzept „Die neue Innenstadt“, große Teile von Fressgasse und Kunststraße sowie deren Seitenstraßen autofrei zu machen. Dabei blieben aber die Parkhäuser in der City erreichbar. Fraktionsvorsitzender Claudius Kranz und sein Stellvertreter, der Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel, erhoffen sich von ihrem Projekt „einen großen Schub“ und eine „Belebung der Innenstadt“.

Die Ausweitung der Fußgängerzone soll bis zur Bundesgartenschau 2023 fertig sein. „Wenn wir das jetzt nicht machen, dann auch in den nächsten 25 Jahren nicht“, sagte Kranz.

Die CDU möchte mit ihrem Konzept den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt bekommen und ihn auf den Ring sowie die Bismarckstraße verlagern. Autofahrer sollen mit einem modernen, digitalisierten Parkleitsystem, das unabhängig vom CDU-Vorstoß bereits in Arbeit ist, in freie Parkhäuser geleitet werden.

300 Parkplätze fallen weg

Da nach Berechnungen der CDU 300 öffentliche Parkplätze an den Straßenrändern wegfielen, müssten beispielsweise betroffene Anwohner auf etwas weiter entfernte Anwohnerparkplätze ausweichen. Zufahrten etwa in Höfe sollten aber möglich bleiben.

Nach den Plänen der Christdemokraten sollen Bäume die neuen Fußgängerzonen aufwerten. Radfahrer sollen auf Zweirichtungs-Radwegen unterwegs sein.

Andere Fraktionen im Mannheimer Gemeinderat reagierten überrascht und weitgehend wohlwollend auf das Vorpreschen der CDU. Kritik an den Plänen kam von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar. Gerade erst habe die Metropolregion mit dem Mobilitätspakt eine abgestimmte Analyse und Steuerung des Verkehrs in der Region auf den Weg gebracht.

„In dieser Situation halten wir kleinteilige Verkehrsmaßnahmen, die den Blick für die regionalen und überregionalen Verkehrsströme außer Acht lassen, für nicht zielführend“, sagte Manfred Schnabel, Präsident der IHK Rhein-Neckar, am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung. Swen Rubel, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordbaden, sagte, erst müsse man das „größte Verkehrsproblem“, nämlich die Hochstraße in Ludwigshafen, lösen. „Erst dann können wir Lösungen für die Stadt finden.“

Die CDU will die Öffentlichkeit bei einer Veranstaltung am 10. Oktober über ihre Pläne für die Innenstadt informieren.

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