Thema des Tages

Sicherheit Minister Strobl nennt Mannheimer Projekt europaweit einzigartig / Videoverfahren zur Kriminalitätsbekämpfung

Computer erkennen Straftaten

Archivartikel

Mannheim.In Mannheim ist ein Modellprojekt zur Videoüberwachung gestartet worden. Ein neuartiges Computerprogramm soll in den Aufnahmen, die von Kameras auf öffentlichen Plätzen gemacht werden, Straftaten automatisch erkennen und herausfiltern. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach gestern bei der offiziellen Eröffnung in Mannheim von einem europaweit einmaligen Projekt, „ein absolutes kontinentales Novum“. Es werde auch von anderen Ländern mit Interesse verfolgt.

Insgesamt sollen in der Mannheimer Innenstadt an verschiedenen Standorten – etwa Bahnhofsvorplatz, Paradeplatz und Alter Meßplatz – 76 Kameras installiert werden. 34 sind nach Angaben des Polizeipräsidiums bereits in Betrieb. Die Stadt hat dafür 880 000 Euro bereitgestellt. Strobl bekräftigte, das Land übernehme die bei der Polizei anfallenden Kosten.

Bis zu einem umfassenden Einsatz des neuen Computerprogramms wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Die bisher nur unter Laborbedingungen genutzte Software wird nun erstmals in der Praxis erprobt und soll sich darin weiterentwickeln. Das Modellprojekt ist auf fünf Jahre angelegt.

Nach 72 Stunden gelöscht

Einstweilen werden die Videoaufnahmen weiter von Beamten an Bildschirmen kontrolliert. Polizeipräsident Thomas Köber betonte, wichtig sei, auf Straftaten sofort reagieren zu können: „Unsere Interventionszeit liegt bei zweieinhalb Minuten.“ In dieser Spanne sollten Beamte am Tatort eintreffen. Eine automatische Gesichtserkennung werde es in Mannheim nicht geben. Gespeicherte Daten würden, sofern nicht in einem konkreten Fall als Beweismittel benötigt, nach 72 Stunden gelöscht.

Der Erste Bürgermeister Christian Specht erinnerte daran, die Stadt habe schon von 2001 bis 2007 mit Videoüberwachung „Polizei- und Sicherheitsgeschichte geschrieben“.