Thema des Tages

Pandemie Kanzlerin Merkel ruft zum Zusammenhalt auf / SAP Arena legt Hygienekonzept vor / Gastronomen kritisieren neue Maßnahmen

Corona-Regeln lösen Zweifel aus

Archivartikel

Mannheim.Mit einem emotionalen Appell hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bevölkerung zum Durchhalten in der Corona-Krise aufgefordert. „Geben wir alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander acht“, bat die Kanzlerin am Mittwoch im Bundestag. Sie erlebe derzeit, dass die Vorsicht der Menschen nachlasse. „Wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben“, warnte die CDU-Politikerin.

In Mannheim hat es am Mittwoch einen starken Anstieg bei den Corona-Fällen gegeben: Die Stadt meldete 32 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – ein Großteil gehe auf eine jeweilige Ansteckung im familiären oder persönlichen Umfeld zurück.

Für Irritationen sorgen unterdessen einige der am Dienstag zwischen Bund und Ländern beschlossenen Verschärfungen der Regeln. So sollen Gäste in Bars und Restaurants künftig mindestens 50 Euro Bußgeld zahlen, wenn sie falsche Kontaktdaten angeben. „Gaststättenbetreiber werden aufgefordert, durch Plausibilitätskontrollen dazu beizutragen, dass angeordnete Gästelisten richtig und vollständig geführt werden“, heißt es von der Bundesregierung. Das sorgt für Unmut bei Gastronomen in Mannheim: „Ich darf nichts überprüfen“, sagt Ronnie Boland, der mehrere Cafés in der Innenstadt betreibt. Kritik kommt vom Landesdatenschutzbeauftragten Stefan Brink: „Es bedarf dringend klarer gesetzlicher Vorgaben, die für Wirte, Gäste und öffentliche Stellen Rechtssicherheit schaffen.“

Die SAP Arena versucht indes ihr Bestes, um wieder Veranstaltungen in die Multifunktionshalle zu holen. Sie hat ein 100 Seiten starkes Hygienekonzept erarbeitet und den lokalen Behörden zur Genehmigung eingereicht. „Wir haben ein tragfähiges Konzept vorliegen“, sagt Markus Wincher, Leiter der Abteilung „Facility Management“ in der SAP Arena.

Probleme bereitet, dass in Stadien und Hallen bis Ende Oktober nur eine 20-prozentige Auslastung zugelassen ist. „Wenn man schon vor einer Veranstaltung weiß, dass mit keinem positiven wirtschaftlichen Ergebnis zu rechnen ist, muss man sich schon fragen, ob man sich das erlauben kann“, sagt Wincher.

Dies hat auch Auswirkungen auf den Spielbetrieb in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die an diesem Freitag entscheiden will, ob sie wie geplant am 13. November in die Saison startet. Vor einer Woche hatte sie über eine Finanzierungslücke von 60 Millionen Euro informiert. „Es kommen ja immer wieder Gerüchte auf, dass der eine oder andere Verein eine Saisonabsage befürworten würde, weil dann die finanziellen Probleme nicht so groß wären. Das halte ich für Schwachsinn. Wir wissen von allen Clubs, dass sie spielen wollen“, betont Youri Ziffzer, Teammanager der Adler Mannheim. (mit dpa)

Zum Thema