Thema des Tages

Bayern Grüne mit 18 Prozent derzeit zweitstärkste Kraft

CSU steckt im historischen Umfragetief

Archivartikel

Mannheim/München.Die CSU steuert in Bayern auf ein historisches Wahldebakel zu. Im aktuellen Politbarometer der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen kommt die Partei von Spitzenkandidat Markus Söder auf 35 Prozent. Bei der Landtagswahl 2013 hatten die Christsozialen noch mehr als 47 Prozent der abgegebenen Stimmen erreicht. In Bayern wird am 14. Oktober der neue Landtag gewählt.

Da die CSU die absolute Mehrheit vermutlich verfehlen wird, könnte sich die Regierungsbildung nach der Wahl schwierig gestalten. Laut Politbarometer sprechen sich mit 48 Prozent der Befragten die meisten Wahlberechtigten für eine Regierung von CSU und Grünen aus. Die Grünen könnten mit derzeit 18 Prozent in den Umfragen die zweitstärkste Kraft in Bayern werden.

Die Sorge einzelner CSU-Politiker, dass Bayern nach der Wahl unregierbar werden könnte, teilt der Mannheimer Wahlforscher Matthias Jung nicht. „Die CSU wird unabhängig vom Ergebnis kompromissfähig sein müssen. Alles andere kann sie sich nicht leisten“, sagte er dieser Zeitung.

Unterdessen forderte der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Paul Ziemiak, angesichts der verheerenden Umfragewerte der Union von Kanzlerin Angela Merkel die Bereitschaft zu Veränderungen. „Wer Bundeskanzler dieses Landes sein möchte, der muss auch immer bereit sein, dieses Land in die Zukunft zu führen“, sagte er gestern zu Beginn des dreitägigen Deutschlandtags des Union-Nachwuchses in Kiel.

Kritik an Merkel

Der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen warf der Kanzlerin indes mangelnden Willen zur Veränderung vor. Wenn die CDU-Vorsitzende ihre Methode nicht ändere – was sie bislang nicht tue –, dann werde sich die Systemkrise verschärfen, sagte er in einem gestern vorab veröffentlichten Gespräch mit dem „Spiegel“. Röttgen war von Angela Merkel 2012 entlassen worden, nachdem er wegen der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen seinen Verbleib als Umweltminister offen gelassen hatte. tge/dpa