Thema des Tages

Politischer Aschermittwoch CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer verteidigt ihre Fasnachtsrede

CSU wirbt um die Gemäßigten der AfD

Archivartikel

Passau/Vilshofen/Demmin.Die Spitzen von CDU und CSU haben den politischen Aschermittwoch zur Attacke auf die Rechtspopulisten von der AfD genutzt.

Drei Monate vor der Europawahl rief CSU-Chef Markus Söder gemäßigte AfD-Mitglieder zum Austritt aus der Partei auf. „Kehrt zurück und lasst die Nazis alleine in der AfD. Es ist Zeit für einen Richtungswechsel“, sagte der bayerische Ministerpräsident in Passau. Insbesondere der Flügel um den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke sei klar auf dem Weg ins Rechtsextreme.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte am Abend mit Blick auf die AfD: „Wer Hass will, wer Ausgrenzung will, wer Nationalismus will, wer will, dass Deutschland aus der EU herausfällt, der kann die wählen.“

Gegenangriff nach Kritik

Kramp-Karrenbauer ging im Streit über ihre Karnevals-Äußerungen zur Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht zum Gegenangriff über. Über vieles habe sie hier nur den Kopf schütteln können, sagte sie beim politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern).

„Wenn wir da so verkrampfen, wie wir es in den letzten Tagen getan haben, dann geht ein Stück Tradition und Kultur in Deutschland kaputt, und das sollten wir nicht zulassen“, sagte die CDU-Chefin. Die Dinge seien künstlich hochgepuscht worden. Kramp-Karrenbauer hatte vor einer Woche mit einer Fasnachtsrede in Stockach empörte Reaktionen ausgelöst.

Die SPD-Europaspitzenkandidatin und Justizministerin Katarina Barley warf der CSU Versagen im Umgang mit der ungarische Regierungspartei Fidesz vor. „Wer Viktor Orbán so lange so hofiert hat, wie das die CSU getan hat, ihn immer wieder auf ihre Parteitage eingeladen hat, so jemand will kein funktionierendes Europa, das auf einem solidarischen Geben und Nehmen beruht“, sagte Barley in Vilshofen. dpa