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CDU Bundesdelegierte entscheiden morgen zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn

Das Finale der Kandidatenkür

Berlin.Kurz vor der Entscheidung über den CDU-Vorsitz kommen immer mehr Parteigrößen aus der Deckung und sprechen sich öffentlich für einen der Kandidaten aus. Auf dem Bundesparteitag in Hamburg wird morgen bei der Wahl zur Nachfolge von Angela Merkel ein Zweikampf zwischen Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem früheren Unions-Fraktionschef Friedrich Merz erwartet.

Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn hatten sich auf acht Regionalkonferenzen der Basis als Kandidaten vorgestellt. Kramp-Karrenbauer erhielt Rückendeckung aus dem Sozialflügel der CDU. Kramp-Karrenbauer gilt als Favoritin Merkels. Merz sowie Gesundheitsminister Jens Spahn werden dem wirtschaftsliberalen Flügel der CDU zugerechnet. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte sich bereits für Merz als Merkel-Nachfolger ausgesprochen.

Heute tagen in Hamburg bereits die Spitzengremien der CDU. Merkel hatte auch unter dem Druck von Wahlschlappen angekündigt, nicht erneut als Parteivorsitzende zu kandidieren. Sie will aber bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 Kanzlerin bleiben.

Warnung vor Rechtsruck

CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur sind aus Sicht des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet nicht automatisch miteinander verbunden. Über den Kanzlerkandidaten werde die CDU entscheiden, „wenn der Zeitpunkt gekommen ist“, sagte Laschet gestern. Die stellvertretende Bundesvorsitzende und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mahnte die CDU, nach dem Parteitag nicht durch einen Rechtsruck die Mitte der Gesellschaft aufzugeben.

FDP-Chef Christian Lindner sagte dieser Zeitung, seine Partei habe keinen Wunschpartner. Merz sei den Liberalen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik zwar näher als Kramp-Karrenbauer, er habe allerdings „irritierende Dinge“ wie eine EU-Steuer vorgeschlagen. dpa/tat

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