Thema des Tages

Winter Katastrophenalarm in fünf Landkreisen Bayerns / Straßen und Zugstrecken gesperrt

Dem Süden droht noch mehr Schnee

München.Helfer in Bayern sind im Dauereinsatz, räumen Dächer und Straßen und versorgen eingeschlossene Menschen. Und von heute an soll es bis Montagabend vor allem im Alpenraum und im Bayerischen Wald wieder stärker schneien. In den höheren Lagen Bayerns könnte stellenweise mehr als ein Meter Neuschnee hinzukommen. Dies könnte die Lage dramatisch verschärfen und den Schnee auf einsturzgefährdeten Dächern noch schwerer machen.

Auch für weite Teile der österreichischen Alpen rechnen die Meteorologen mit teils kräftigen Schneefällen in den nächsten Tagen. Die Fernpassstraße in Tirol (B 179) wird wegen der Wetterprognosen vorsichtshalber bis Dienstagabend gesperrt.

In der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck verschärft sich unterdessen die Lawinengefahr. In den kritischen Gebieten liegen durch Schneefälle und Verwehungen vier bis 6,5 Meter Neuschnee, teilte das Land mit.

Hunderte Flugausfälle

Gestern kam der 48-jährige Fahrer eines Schneepflugs im bayerischen Lenggries ums Leben, als sein Fahrzeug auf einer Brücke umkippte und in einen Fluss stürzte.

An den Flughäfen München und Frankfurt wurden gestern jeweils rund hundert Flüge gestrichen. Auch der Bahnverkehr blieb auf vielen Strecken Bayerns unterbrochen. Nach Angaben eines Bahnsprechers fallen auch in den kommenden Tagen zahlreiche Züge aus.

In fünf bayerischen Landkreisen gilt mittlerweile der Katastrophenfall. Die Bundeswehr schickte 350 Soldaten in die tief verschneiten Landkreise im südlichen Oberbayern. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ zusichern, dass die Zahl der Einsatzkräfte notfalls aufgestockt werden könne.

In Bulgarien kamen zwei Snowboardfahrer ums Leben. Sie starben in einer Lawine, die sie selbst ausgelöst hatten.

Wenn die Schneemassen im Alpenraum wieder tauen, droht aus Sicht von Experten dennoch kein größeres Hochwasser. „Im Alpenraum, wo viel Wasser abfließt, ist das Flussbett tiefer sowie breiter und kann mehr Wasser aufnehmen“, erklärten die Fachleute vom Bayerischen Landesamt für Umwelt gestern in Augsburg.

Selbst bei Warmluft sei der Einfluss von Wärme in Luft, am Boden oder durch Strahlung im Winter begrenzt – und damit auch die Intensität der Schneeschmelze. dpa