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Corona-Krise Länder verbieten Menschenansammlungen / Baden-Württemberg verschiebt Abschlussprüfungen an Schulen / Friseure müssen ihre Geschäfte schließen

„Der Samstag ist ein entscheidender Tag“

Archivartikel

Berlin/Mannheim.Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schränken mehrere Bundesländer das öffentliche Leben noch einmal drastisch ein. Kanzleramtschef Helge Braun sieht den Samstag als Wegmarke. „Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen“, sagte der CDU-Politiker. „Der Samstag ist ein entscheidender Tag.“

Am weitesten gehen Bayern und das Saarland: Dort treten an diesem Samstag Ausgangsbeschränkungen in Kraft, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Auch Länder wie Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Hamburg verschärfen ihren Kurs. In Baden-Württemberg sind Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als drei Personen künftig nicht mehr erlaubt, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte. Ausnahmen gebe es für Familien und Paare. Auch Friseure müssen dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium zufolge ihre Geschäfte schließen. In Rheinland-Pfalz werden alle Gaststätten geschlossen und Versammlungen von mehr als fünf Menschen untersagt. Als Grund nannte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), dass sich nicht alle Menschen an die seit Mittwoch geltenden Maßnahmen gehalten hätten. Auch Hessen will nach den Worten von Regierungschef Volker Bouffier (CDU) vorerst auf Ausgangssperren verzichten. Die Landesregierung kündigte aber an, Versammlungen ebenfalls auf maximal fünf Personen zu beschränken.

Kritik an Uneinheitlichkeit

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntag mit den Bundesländern über die weiteren Schritte beraten. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery kritisiert das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Wie Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen verschiebt auch das Land Baden-Württemberg die Abschlussprüfungen an den Schulen. Der Beginn aller zentralen Abschlussprüfungen wird demnach auf die Zeit ab dem 18. Mai verlegt.

Auch in Mannheim dürfen sich von Samstag an nicht mehr als drei Personen auf öffentlichen Plätzen versammeln. Im Zentrum betrifft dies nach Angaben der Stadt etwa die Wasserturmanlage, den Paradeplatz, die Neckarwiese und die Grünflächen an den Rheinterrassen. Dem Gesundheitsamt Mannheim wurden am Freitag 14 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen ist damit auf 102 gestiegen. dpa/cs

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