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Finanzen Aufsichtsrat beschließt umfangreichen Konzernumbau / Privatkundenchef verlässt das Institut

Deutsche Bank streicht 18 000 Stellen

Frankfurt.Die Deutsche Bank streicht Tausende Stellen, baut radikal um und nimmt dafür einen Milliardenverlust im zweiten Quartal in Kauf.

Bis 2022 will der Dax-Konzern rund 18 000 Stellen streichen und die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74 000 senken, wie die Deutsche Bank nach einer Aufsichtsratssitzung am Sonntag in Frankfurt ankündigte. Insgesamt werde der Konzernumbau bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten. Die Umstrukturierung reißt Deutschlands größtes Geldhaus im zweiten Quartal des laufenden Jahres in die roten Zahlen.

Ausstieg aus dem Aktienhandel

Einschließlich der Belastungen für die Restrukturierung rechnet die Bank nach vorläufigen Zahlen mit einem Verlust von etwa 500 Millionen Euro vor Steuern und 2,8 Milliarden Euro nach Steuern im Zeitraum April bis Ende Juni. Änderungen stehen auch im Vorstand an: Bereits am Freitag hatte die Bank bekanntgegeben, dass Investmentbankchef und Konzernvize Garth Ritchie das Institut zum 31. Juli verlassen wird. Zu diesem Zeitpunkt werden auch Privatkundenchef Frank Strauß und die für Regulierungsthemen zuständige Sylvie Matherat die Bank verlassen.

Zudem wird die Unternehmens- und Investmentbank umgekrempelt. Die Bank teilte mit, dass sie sich aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen wird. Darüber hinaus soll das Handelsgeschäft, insbesondere der Handel mit Zinsprodukten, angepasst werden. Um Bilanzpositionen in Höhe von 74 Milliarden Euro aus diesen Feldern abzuwickeln, gründet die Bank eine interne „Bad Bank“. Konzernchef Christian Sewing hatte im Mai gesagt, die Bank werde „konsequent auf die profitablen und wachsenden Bereiche“ ausgerichtet, die für die Kunden besonders wichtig seien. 

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