Thema des Tages

Terrorismus Bundesbürger unter den Opfern der Schießerei / Generalbundesanwalt ermittelt / Streit über Waffenrecht

Deutscher stirbt in El Paso

Archivartikel

Washington/El Paso.Bei dem mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff im texanischen El Paso mit 22 Toten ist auch ein deutscher Staatsbürger gestorben. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte am Dienstag die Angaben von El Pasos Polizeichef Greg Allen.

Nach Angaben der Behörden in El Paso dreht es sich um einen 66 Jahre alten Mann. Es blieb vorerst unklar, ob es sich um einen in den USA lebenden Deutschen oder um einen Urlauber handelte.

In dem Fall ermittelt auch der Generalbundesanwalt in Karlsruhe, wie eine Sprecherin am Dienstag bestätigte. Das werde immer so gehandhabt, wenn es deutsche Opfer gebe.

US-Präsident Donald Trump will am Mittwoch mit seiner Frau Melania nach El Paso reisen – und auch nach Dayton in Ohio, wo es am Wochenende ebenfalls zu einem Blutbad gekommen war. Das kündigte US-Vizepräsident Mike Pence am Dienstag bei einem Auftritt in Arlington an. Der Präsident und die First Lady wollten dort ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung für die Betroffenen der abscheulichen Attacken ausdrücken.

In El Paso an der Grenze zu Mexiko hatte ein Todesschütze am Samstag in einem Einkaufszentrum um sich gefeuert. Insgesamt kamen 22 Menschen ums Leben. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Hintergrund aus. Der mutmaßliche Täter – ein 21-jähriger Weißer – ergab sich der Polizei und ist in Gewahrsam. In der Nacht zum Sonntag hatte in Dayton ein weiterer Schütze neun Menschen getötet. Das Motiv des 24 Jahre alten Täters dort, der auch seine eigene Schwester erschoss, blieb zunächst noch unklar.

Demokraten wollen neue Regel

Trump hatte die Bluttaten in El Paso und Dayton als barbarisch verurteilt. Er forderte Gesetzesänderungen, um sicherzustellen, dass psychisch Kranke, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, nicht in den Besitz von Waffen kommen können. „Geisteskrankheiten und Hass drücken ab, nicht die Waffe“, sagte Trump. Zudem will der Präsident eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die die Todesstrafe bei Hassverbrechen in Form von Massenmord vorsehen würde. Demokraten forderten dagegen generell strengere Hintergrundchecks für Waffenkäufer insgesamt. Sie versuchen seit Monaten, dies im Kongress durchzusetzen, Trumps Republikaner blockieren das Vorhaben jedoch im Senat. dpa

Zum Thema