Thema des Tages

EM-Vergabe 18 Jahre nach dem „Sommermärchen“ 2006 darf der DFB wieder ein großes Fußball-Turnier organisieren

Deutschland sticht Türkei aus

Archivartikel

Nyon.Das nächste Sommermärchen kann kommen. Deutschland hat den Zuschlag für die Europameisterschaft 2024 erhalten und richtet 18 Jahre nach der weltweit gefeierten WM 2006 wieder ein großes Fußball-Turnier aus.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) um EM-Botschafter Philipp Lahm und Bundestrainer Joachim Löw setzte sich gestern in Nyon beim Votum des UEFA-Exekutivkomitees mit 12:4 Stimmen gegen die Türkei durch. Um 15.21 Uhr zog UEFA-Präsident Aleksander Ceferin den Zettel mit der Aufschrift „Germany“ aus dem Umschlag. Als Spielorte beim ersten großen Heim-Turnier seit der WM 2006 sind Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt vorgesehen. Deutschland richtet zum zweiten Mal nach 1988 eine EM aus.

„Wir werden ab morgen alles dafür tun, den Erwartungen gerecht zu werden“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel nach der Entscheidung in Nyon. „Ich spüre Verantwortung. Wir wissen, was dieses Turnier bedeutet“. Er sei froh, dass der Deutsche Fußball-Bund mit seinen Argumenten überzeugt habe.

Der türkische Sportminister reagierte enttäuscht. Das sei „traurig“ für die UEFA und die Europameisterschaft, sagte Mehmet Muharrem Kasapoglu gestern vor türkischen Medien. Die Türkei habe eine starke Bewerbung vorgelegt und besitze neue Stadien. „Wir haben als Land nichts verloren.“

Genau drei Monate nach dem blamablen WM-Vorrunden-Aus der Ex-Weltmeister von Löw in Russland durfte der DFB damit zumindest auf dem fußballpolitischen Parkett wieder einen wichtigen Sieg feiern. Auch für den zuletzt angeschlagenen Grindel stellt der Zuschlag vorerst einen wichtigen Befreiungsschlag dar. Ehrenspielführer Philipp Lahm ist für das Turnier als Organisationschef eingeplant.

Der DFB punktete in seiner Bewerbung vor allem mit den vorhandenen Stadien sowie der bestehenden Infrastruktur und wirtschaftlicher Stabilität. dpa