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Doppelte Strategie nötig

Krankenhäuser und Altenheime, kleine Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen – überall fehlt es an ausgebildetem Personal. Der Fachkräftemangel ist ein bundesweites Problem, das den Wohlstand und das Wachstum in Deutschland in erheblichem Maße gefährdet. Politik und Wirtschaft müssen daher eine doppelte Strategie fahren, um dieser Gefahr entgegenzuwirken. So benötigt es qualifizierte Kräfte aus dem Ausland, insbesondere im akademischen Bereich. Allerdings ist Deutschland für ausländische Mediziner oder Ingenieure nicht das attraktivste Ziel. Das im März in Kraft tretende Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die gezielte Anwerbungsstrategie in anderen Ländern, verbunden mit Deutsch-Kursen, muss aber noch intensiver ausgeweitet werden.

Gleichzeitig müssen Handwerksberufe eine höhere Wertschätzung in der Gesellschaft erlangen. Der Grundstein hierfür sollte in den Schulen gelegt werden, auch Gymnasiasten sollten sich in Form von Praktika mit Bohrern und Pinseln auseinandersetzen. Nicht jeder Abiturient muss studieren oder eine Banklehre absolvieren. Auch als Handwerker kann man erfolgreicher Unternehmer sein. Die Wiedereinführung der Meisterpflicht war eine erste gute Entscheidung.

Nur mit mehr Fachpersonal aus dem Ausland und einem besseren Image der Handwerksberufe ist die deutsche Wirtschaft zukunftsfähig – dafür braucht es aber den politischen Willen.

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