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Klinikum Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz bedauert sich anbahnende Abgänge der beiden Geschäftsführer

Dritter Chefwechsel in vier Jahren zeichnet sich ab

Archivartikel

Mannheim.Das Mannheimer Klinikum benötigt aller Voraussicht nach eine neue Führungsspitze. Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) bedauerte gestern die sich anbahnenden Wechsel von Frederik Wenz und Freddy Bergmann. „Dass kompetente und erfolgreiche Geschäftsführer attraktive Angebote anderer Unternehmen erhalten, ist leider nicht zu vermeiden“, sagte Kurz. Es wäre für die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) der dritte Chefwechsel in vier Jahren.

Wenz soll neuer Leitender Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Freiburg werden. Dort wurde er gestern Abend bereits einer Runde aus Chefärzten und Institutionsdirektoren vorgestellt. Bergmann bestätigte auf Anfrage: „Im Verfahren zur Neubesetzung der Position des Kaufmännischen Direktors am Universitätsklinikum Frankfurt bin ich ein aussichtsreicher Kandidat.“ Beide betonten jedoch, noch sei nichts unterschrieben.

Darauf wiesen die UMM-Geschäftsführer gestern auch in einer Rundmail an alle Mitarbeiter hin. Darin heißt es ferner, am Umstrukturierungsprozess werde festgehalten. Das Klinikum leidet nach wie vor wirtschaftlich unter den Folgen der Hygieneaffäre 2014, als Mängel bei der Reinigung und Sterilisation von OP-Besteck festgestellt wurden.

Bergmann hatte erst Mitte Mai als Geschäftsführer die Nachfolge von Jörg Blattmann angetreten. Von dem hatte sich der Aufsichtsrat unter Verweis auf „unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung im Detail und bei ihrer Umsetzung“ getrennt. Seine bisherigen Aufgaben als Leiter des Geschäftsbereichs Finanzen und Unternehmensentwicklung behielt Bergmann bei. Damals hieß es, den neuen Posten behalte er „bis auf Weiteres“. Nach Informationen dieser Zeitung war sein möglicher Wechsel nach Frankfurt zu jenem Zeitpunkt bereits bekannt.

Nachfolger-Suche läuft schon

Oberbürgermeister Kurz lobte Wenz und Bergmann, sie trieben „die Umstrukturierung des Universitätsklinikums mit Hochdruck voran“. Bereits bei der Trennung von Blattmann habe der Aufsichtsrat einen Berater damit beauftragt, die Führungsstrukturen zu überprüfen und die Suche nach einem neuen Geschäftsführer vorzubereiten. „Die Strukturberatung ist bereits abgeschlossen, und die Suchverfahren laufen“, erklärte Kurz.

Wie aus dem Schreiben an die UMM-Mitarbeiter hervorgeht, soll es künftig am Klinikum zwei hauptamtliche Geschäftsführer geben: einen für den kaufmännischen Bereich und einen für den medizinischen. Wenz leitet derzeit als Ärztlicher Direktor zusätzlich zu dieser Aufgabe die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.

Die Fraktionschefs im Mannheimer Gemeinderat äußerten alle Bedauern über den sich anbahnenden Abgang des Führungsduos am Klinikum. Boris Augurzky, einer der führenden deutschen Krankenhausexperten, sagte dieser Zeitung, die wirtschaftliche Situation des Hauses müsse die Suche nach einem Nachfolger nicht erschweren: „Es gibt einige Manager, die die Herausforderung lieben.“

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