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Corona Baden-Württemberg beschließt Beherbergungsverbot / Rheinland-Pfalz: Reisende aus Risikogebieten müssen in Quarantäne

Einheitliche Regelung verlangt

Gütersloh.Nach dem Corona-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben sich die Reisemöglichkeiten für Menschen aus den Risikogebieten deutlich verschlechtert. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich am Donnerstag für ein bundesweites Verbot von Reisen für Menschen aus Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen aus. Es sei eine „bundesweit einheitliche Verfahrensweise“ für Reisende aus betroffenen Gebieten nötig, teilte er mit.

Mehrere Bundesländer sind mit eigenen Einschränkungen und Beherbergungsverboten bereits vorgeprescht. Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern haben ein Beherbergungsverbot oder andere Beschränkungen für Menschen aus den Hotspots festgelegt, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können.

Rheinland-Pfalz entschied sich für eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten im In- und Ausland. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) betonte, dass es sich nicht um eine „Lex Gütersloh“ handle. Im Falle Niedersachsens gilt die neue Regel dagegen speziell für Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Ein Landeverbot für Flieger aus NRW in Österreich ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Wien aber vom Tisch.

Der Ruf nach einer einheitlichen Regelung unter den Bundesländern wird lauter. Ähnlich wie Saarlands Ministerpräsident Hans äußerte sich am Donnerstag auch Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping: Es müsse eine möglichst einheitliche Regelung bundesweit geben, wie mit Reisenden aus Regionen „mit einem sehr hohen Infektionsgeschehen“ umgegangen werden solle, sagte die SPD-Politikerin.

Gastronomen wollen Klarheit

Druck macht auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga: „Mit Blick auf die beginnende Urlaubssaison fordern wir dringend nachvollziehbare, praktikable, eindeutige und im besten Fall bundeseinheitliche Verordnungen mit präzisen Handlungsanweisungen zum Umgang mit Reisenden aus Risiko-Landkreisen“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Mögliche Haftungsrisiken dürften nicht bei den Beherbergungsbetrieben liegen. „Es muss unmissverständlich geregelt sein, wer für Stornierungskosten und für eventuelle Verdienstausfälle aufkommt“, sagte Hartges.

Im Kreis Gütersloh ließen sich weiter zahlreiche Menschen freiwillig testen. Die Ergebnisse brachten einen Hoffnungsschimmer: Von 2000 aktuellen Corona-Tests bei Menschen aus der Allgemeinbevölkerung sei nur einer positiv ausgefallen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Gesundheitsausschuss des Düsseldorfer Landtags. Um das Infektionsgeschehen besser überblicken zu können, wurden die Massentestungen ausgeweitet. dpa

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