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Einmal nur für Frauen

Deutschland bleibt ein steiniges Pflaster für viele Start-ups. Seit Jahren schon klagen die Jungunternehmer, dass sie keinen Zugang zu den relevanten Personen aus der Industrie finden, große Probleme haben, Fördermittel einzutreiben. Die Veranstalter von „5 HT X-Linker“ haben das verstanden und wieder einmal bewiesen: Die Metropolregion Rhein-Neckar spielt in der Szene eine bedeutende Rolle. Mehr als 100 Start-ups aus der ganzen Welt haben sich beworben, zehn wurden ausgewählt. Sie konnten ihre Ideen präsentieren, haben die Chance erhalten, Kooperationen einzugehen, bestenfalls Investoren zu finden. Aber auch zu netzwerken, sowohl kleine und mittelständige, als auch etablierte Unternehmen kennenzulernen. Sich zu zeigen und aus ihren Fehlern zu lernen.

Zu überlegen wäre, ob man mit diesem Programm, das sich ausschließlich an Start-ups aus der Chemie- und Pharmabranche richtet, in den kommenden Jahren einen Schritt weitergeht. Denn eine Gruppe hat es in der Szene wohl schwerer als alle anderen: Gründerinnen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Frauen tendenziell weniger Kapital eintreiben als ihre Kollegen. Überhaupt haben sie es schwer, in die Investorenkreise zu gelangen, um sich zu beweisen.

Auch mit Blick auf den erschreckend geringen Anteil von Unternehmerinnen in Deutschland könnten die Veranstalter überlegen, das Programm nur für Frauen auszuschreiben. Wünschenswert wäre es allemal.

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