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Ernährung SPD verlangt Altersbeschränkung für den Kauf von Modegetränken

Energie aus der Dose – erst ab 16 Jahren

Archivartikel

Berlin.Die SPD macht sich für ein Verkaufsverbot für Energiegetränke aus der Dose an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren stark. Sie verlangt eine Altersbeschränkung wie bei Zigaretten oder Alkohol und fordert Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) zum Handeln auf.

Immer mehr Jugendliche setzen auf Energie aus der Dose. Kürzlich kam eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu dem Ergebnis, dass schon 68 Prozent aller Zehn- bis 18-Jährigen regelmäßig Energy Drinks trinken. Und: Auch 18 Prozent aller Kinder unter zehn Jahren greifen zu den Muntermachern.

Nach Ansicht der SPD-Expertin für gesundheitlichen Verbraucherschutz, Ursula Schulte, ist das ein gefährlicher Trend. Denn zu hoher Konsum kann unter Umständen fatale Nebenwirkungen haben – von Herzrasen über Kopfschmerzen bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufkollaps. Laut Schulte wurden bei Untersuchungen von Kindern, die oft und viel zu Energiegetränken greifen, sogar zum Teil deutlich verdickte Herzwände festgestellt, was auf längere Sicht tödlich sein könne.

Großbritannien als Vorbild

Aus Gesundheitsgründen haben deshalb in Großbritannien einige Handelsketten bereits den Verkauf von Energy Drinks an Jugendliche unter 16 Jahren gestoppt – darunter auch die deutschen Discounter Aldi und Lidl. „Was in Großbritannien geht, muss auch hierzulande möglich sein“, sagte Schulte im Gespräch mit dieser Zeitung. „Eine Altersbeschränkung muss es auch in Deutschland geben.“

Verbraucherverbände fordern dies schon lange. Dem Vernehmen nach gibt es jedoch keine Pläne hiesiger Handelsketten, dem britischen Beispiel freiwillig zu folgen und in Deutschland eine Altersbeschränkung einzuführen.

Schulze fordert daher politischen Druck auf die Branche. „Frau Klöckner muss mit der Industrie darüber verhandeln.“ Das einfachste wäre, so Schulte weiter, wenn es eine Regelung gebe, die dann europaweit gelte.