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Nordsyrien Türkisches Militär setzt Offensive fort

Erdogan verbittet sich Einmischung

Istanbul/Damaskus.Das türkische Militär hat seine Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien fortgesetzt und dabei mehrere Grenzorte unter Beschuss genommen. Menschenrechtsaktivisten berichteten am Donnerstag, dass mehr als 60 000 Menschen innerhalb von 36 Stunden nach Beginn der Offensive die Flucht ergriffen hätten. Die Orte Ras al-Ain und Al-Darbasija seien fast komplett verlassen. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle gab es nicht. UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi zufolge sind Hunderttausende Zivilisten in Nordsyrien aktuell in Gefahr.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verwahrte sich am Donnerstag in einer Rede vor Angehörigen seiner Regierungspartei AKP gegen Kritik an dem Militäreinsatz – vor allem aus der EU.

Am Donnerstag wollte sich der UN-Sicherheitsrat in New York mit dem Vorgehen der Türkei beschäftigen. Außenminister Heiko Maas (SPD) wiederholte seine Bedenken in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. Frankreich bestellte den türkischen Botschafter ein. Die Militäroffensive laufe Gefahr, die Sicherheit der Europäer zu gefährden und müsse enden. dpa

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