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Landgericht Schwetzingerin wegen Totschlags angeklagt

Erst gewehrt – aber dann uferte es aus

Archivartikel

Schwetzingen/Mannheim.Eine schön eingerichtete und blitzsaubere Eigentumswohnung in der Schwetzinger Nordstadt, die einem Paar gehört, das Anfang der 1990er Jahre aus Weißrussland nach Deutschland übersiedelte. Man liebt sich, streitet sich auch mal, hat zwei Kinder. Eigentlich könnten alle zufrieden sein. Doch dann stirbt 2014 plötzlich der 29-jährige Sohn an einer schweren Krankheit. Eifersucht, Affären, Gewalt, Erniedrigung, Depression und Wahnvorstellung halten Einzug in die kleine Familie und enden mit einem Totschlag.

Nun sitzt die schmächtig wirkende und stets unter sich blickende 54-jährige Swetlana K. vor dem Schwurgericht in Mannheim und muss sich des Totschlags an ihrem 55-jährigen Mann verantworten. Sie gibt in einer Erklärung, die ihr Verteidiger Dr. Jörg Becker verliest, zu, dass sie den Mann nachts um 4 Uhr mit einem 1,9 Kilogramm schweren Glas-stövchen erschlagen hat. Erst habe er sie am Nachthemd festgehalten, da habe sie sich mit einem Schlag wehren wollen. Doch dann habe sie immer wieder mit dem Kerzenständer auf seinen Kopf gehauen. Ein offener Schädelbruch und eine Embolie führten zum Tod des Mannes.

Sie habe sich dann mit Schlaftabletten selbst umbringen wollen, aber die hätten nicht gewirkt, da habe sie dann eben drei Stunden später die Polizei angerufen, heißt er in der Erklärung des Anwaltes. jüg

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