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Projekt Forscher vom Mannheimer ZI wollen Ersthelferkurse für psychische Erkrankungen etablieren

Erste Hilfe für die Seele

Archivartikel

Mannheim.Am Samstag ist der Internationale Tag der seelischen Gesundheit – im Zuge dessen stellen Forscher vom Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) ihr Projekt für Erste-Hilfe-Kurse bei psychischen Erkrankungen vor. Das Ziel: die Entstigmatisierung der verschiedenen Krankheitsbilder.

Umgang mit Betroffenen lernen

Durch die Kurse sollen möglichst viele Menschen im richtigen Umgang mit den Erkrankten befähigt werden. Den neuen Kurs zu absolvieren, solle so selbstverständlich werden, wie man es vom klassischen Erste-Hilfe-Kurs kenne, sagt Michael Deuschle vom ZI. Er leitet das Projekt gemeinsam mit Tabea Send und Simona Maltese.

Einen besonderen Fokus legen die Forscher darauf, dass Freunde, Bekannte oder auch Kollegen früh einschreiten können, sobald sie Merkmale für eine Erkrankung bei Menschen in ihrem Umfeld bemerken.

Denn der aktuelle Forschungsstand zeigt, dass sich seelische Erkrankungen genauso chronifizieren – also verschleppen – können, wie es bei körperlichen Leiden der Fall ist. Kurz: Je früher behandelt wird, desto besser die Heilungschance.

Der Ursprung der Idee der Kurse liegt in Australien. Dort und auch in den USA und in Großbritannien, sind viele Menschen als solche Ersthelfer ausgebildet. In Deutschland ist das Mannheimer ZI der Träger des Projekts.

„Ersthelfer kann jeder werden“, sagt Deuschle. Am ZI werden aber nicht nur Ersthelfer ausgebildet. Auch die Schulung der Kursleiter, der sogenannten Instruktoren, ist dort angesiedelt. Die Instruktoren durchlaufen einen Bewerbungsprozess und sollten über Vorerfahrung im Umgang mit Betroffenen mit psychischen Störungen verfügen. Die meisten Instruktoren sind Fachärzte der Psychiatrie oder Psychotherapeuten. Ein Ersthelferkurs kostet um die 200 Euro.

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