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Coronavirus Appell von Bundeskanzlerin Merkel zu Solidarität und Disziplin / Seit gestern sind in Hessen zahlreiche Läden geschlossen

„Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.“

Archivartikel

Berlin/Bergstraße.Mit einem eindringlichen Appell hat Bundeskanzlerin Angela Merkel alle Bürger zu Solidarität und Disziplin im Kampf gegen das Coronavirus gemahnt. „Das ist eine historische Aufgabe, und sie ist nur gemeinsam zu bewältigen“, sagte Merkel in einer Fernsehansprache.

„Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an“, machte die Kanzlerin den überaus großen Ernst der Lage deutlich. Es sei dringend notwendig, dass die sozialen Kontakte minimiert würden, damit sich das Virus nicht zu schnell ausbreite.

Zusätzliche, noch drastischere Maßnahmen wie eine allgemeine Ausgangssperre verkündete die Kanzlerin nicht. Sie sagte aber auch: „Halten Sie sich an die Regeln. Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch, was womöglich noch nötig ist.“

547 Fälle in Hessen, ein Toter

In Hessen griffen gestern weitere Anordnungen der Behörden. Viele Geschäfte mussten schließen, Gaststätten dürfen nur noch zwischen 6 und 18 Uhr öffnen. Außerdem machten Kinos, Tier- und Freizeitparks dicht sowie Sport- und Spielplätze. Die Einschränkungen im öffentlichen Leben sollen die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 bremsen. Die Zahl der bestätigten Fälle in Hessen stieg auf 547, am Vortag waren es 381 gewesen. Ein 68-jähriger Wiesbadener starb an den Folgen der Infektion.

Landesweit sind nun viele Läden zu. „Wir werden Sie vermissen“, schrieb in Frankfurt ein Geschäft auf ein Schild. Wichtige Dinge des täglichen Bedarfs können die Menschen weiterhin kaufen: Geöffnet bleiben unter anderem der Einzelhandel für Lebensmittel, Lieferdienste, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken oder Wochenmärkte.

Halten sich alle an die Regelungen? Das zu überprüfen, sei Aufgabe der Ordnungsbehörden, teilte das Sozialministerium mit. Kommunen kündigten Kontrollen an, etwa Frankfurt: „Die Stadtpolizei des Ordnungsamtes kontrolliert im Rahmen der Ressourcen, nach Verhältnismäßigkeit-Gesichtspunkten und unter Eigenschutzaspekten.“ „Eigens installierte „Corona-Streifen“ wird es aber nicht geben.“ Man setze auf die Kooperationsbereitschaft der Frankfurter.

Da Kitas und Schulen geschlossen sind, werden zahlreiche Kinder zu Hause betreut. Einige Kommunen setzten die Gebühren für Kindergärten aus. Ob das generell möglich ist, hänge von den Satzungen ab, teilte der Hessische Städtetag mit.

Das Coronavirus bremst auch Sportveranstaltungen aus. So findet das World-Tour-Rennen Eschborn-Frankfurt am 1. Mai nicht statt.

Bei der Firma Dentsply Sirona in Bensheim meldete die Geschäftsleitung gestern einen bestätigten Corona-Fall. Der Mann sei aber nicht mit Kollegen in Kontakt gekommen. Er bleibe zunächst in Quarantäne zu Hause. dpa/tm

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