Thema des Tages

Nahost Deutschland und Russland wollen sich für Erhalt des Atomabkommens einsetzen

Eskalation schürt Kriegsangst

Archivartikel

Tel Aviv.Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran eskaliert der Konflikt zwischen Teheran und Israel. Die israelische Luftwaffe reagierte auf einen iranischen Raketenangriff mit Attacken auf Ziele in Syrien. Berichtet wurde von mehr als 20 Toten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte gestern in Aachen in ihrer Laudatio auf den neuen Karlspreisträger, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, angesichts der Entwicklung im Nahen Osten vor der Gefahr eines Krieges. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hofft auf Russland als Vermittler. Man müsse sehen, „inwieweit die russische Regierung auf den Iran einwirken kann“, sagte er bei seinem ersten Besuch in Moskau. Maas und der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow sprachen sich für einen Erhalt des Iran-Abkommens aus.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte am Mittwoch bei einem Besuch in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Lage in Syrien gesprochen. Netanjahu ist überzeugt davon, dass das Atomabkommen mit dem Iran nie hätte geschlossen werden dürfen. Der Iran will nach Angaben Russlands seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen weiter nachkommen. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sieht besonders Deutschland, Frankreich und Großbritannien in der Pflicht. „Jetzt müssen wir alle gemeinsam den Deal retten.“ Die USA haben gestern, zwei Tage nach der Aufkündigung des Atom-deals, erste neue Sanktionen gegen den Iran verhängt. dpa