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Finanzen ZEW-Experte rügt oberste Währungshüter

EZB erhöht Strafzins für Banken

Frankfurt/Mannheim.Europas Währungshüter stemmen sich mit allen Mitteln gegen die Konjunkturschwäche: Banken müssen künftig noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Zudem steckt die Notenbank frische Milliarden in Anleihen. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag in Frankfurt.

Damit verschärft die Zentralbank zum Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi ihre ultralockere Geldpolitik nochmals. Die achtjährige Amtszeit des Italieners endet am 31. Oktober 2019. Der Leitzins, der seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent liegt, bleibt unverändert auf diesem Niveau.

„Mit der Wiederaufnahme der Anleihekäufe zum jetzigen Zeitpunkt sendet der Rat ein gefährliches Signal an Euro-Staaten wie Italien“, befand Finanzexperte Friedrich Heinemann vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). „Diese dürfen sich offenbar auf eine dauerhafte Finanzierungshilfe durch die EZB verlassen.“ Aus Sicht des Ökonomen geht das jetzt beschlossene Paket „weit über das Vertretbare hinaus“. Für Christine Lagarde, die künftige Präsidentin der europäischen Notenbank, sei die Entscheidung eine schwere Hypothek: Sie verfüge nun kaum mehr über Handlungsspielraum, so Heinemann. dpa/fas

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