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Bevölkerung Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Höchststand

Fast jeder Vierte hat ausländische Wurzeln

Wiesbaden/Mannheim.In Deutschland leben immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund. Wie das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mitteilte, hat fast jeder Vierte (23,6 Prozent) ausländische Wurzeln. Mit rund 19,3 Millionen Menschen hat der Anteil der Bevölkerung mit einem Migrationshintergrund im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Im Jahr 2016 waren es knapp 18,5 Millionen Personen.

In Baden-Württemberg liegt der Anteil der Menschen mit ausländischen Wurzeln bei 30,9 Prozent, in Hessen bei 30,1 und in Rheinland-Pfalz bei 23,3 Prozent. Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Der Anstieg im vergangenen Jahr ist vor allem auf die wachsende Zahl der Ausländer zurückzuführen. Rund 51 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind Deutsche, etwa 49 Prozent haben einen ausländischen Pass. Im Jahr 2011 hatte deren Anteil noch bei 42 Prozent gelegen.

Ruf nach Zuwanderungsgesetz

Für Experten sind die neuen Zahlen nicht überraschend. „Deutschland ist ein Einwanderungsland, das kann niemand ernsthaft in Zweifel ziehen“, sagt Marc Helbling, Migrationsexperte vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Die Erlanger Politikwissenschaftlerin Petra Bendel verweist darauf, dass nach den Ausnahmejahren 2015/2016, als viele Flüchtlinge aus Syrien kamen, die Zuwanderung aus EU-Ländern wieder am stärksten sei. „Deutschland braucht angesichts des demografischen Wandels auch Einwanderung“, sagt die Professorin, die dem Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration angehört.

„Es ist ökonomischer Wahnsinn, dass wir gut integrierte und ausgebildete Menschen, die ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, außer Landes bringen müssen, weil die Union ein modernes Einwanderungsrecht nach wie vor blockiert“, sagte der stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki der „Bild“. 

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