Thema des Tages

Datendiebstahl Innenminister Horst Seehofer verspricht bis Mittwoch Aufklärung

Fehleinschätzung der Bundesbehörden

Berlin/Landau.Im Fall des hundertfachen Datendiebstahls hagelt es Kritik an Behörden und dem Bundesinnenminister. Nun hat Horst Seehofer umfangreiche Informationen versprochen. Der CSU-Politiker sagte, er wolle sich heute noch einmal mit den Chefs des Bundeskriminalamts und des Bundesamts für IT-Sicherheit (BSI), Holger Münch und Arne Schönbohm, zusammensetzen. Spätestens am Mittwoch wolle er die Öffentlichkeit informieren.

Am Wochenende räumte das BSI ein, dass die Experten einen Fall von Datendiebstahl Anfang Dezember sowie vier weitere Fälle im Lauf des Jahres 2018 zunächst für Einzelfälle gehalten hatten. Einen Zusammenhang habe man erst jetzt „durch die Analyse der Gesamtheit der aktuell im ganzen veröffentlichten Datensätze“ feststellen können.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, soll gemäß Recherchen des Norddeutschen Rundfunks der mutmaßliche Datenhacker bereits im Juni 2017 das E-Mail-Konto eines Landauers geknackt und dessen Online-Zugang nun für den Datendiebstahl genutzt haben. Die Landauer Polizei wollte dies demzufolge nicht kommentieren.

994 Personen betroffen

Am Donnerstag kommt außerdem der Innenausschuss des Bundestags zu einer Sondersitzung zusammen, an der nach Angaben aus Sicherheitskreisen voraussichtlich auch Seehofer teilnehmen wird. Zugesagt haben das Bundeskriminalamt, das BSI und das Bundesamt für Verfassungsschutz, wie die Ausschussvorsitzende Andrea Lindholz (CSU) sagte.

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen von gestern sind 994 Personen von dem Online-Angriff betroffen. Es sind vor allem Politiker, aber auch Prominente und Journalisten. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden seien, hieß es.

Nach Angaben eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, die zusammen mit dem Bundeskriminalamt das Verfahren leitet, wird „mit Hochdruck“ ermittelt. dpa