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Ferienvorschlag: Unfaire Regelung

Archivartikel

Jetzt mal Hand aufs Herz, liebe Baden-Württemberger und Bayern! Pfingstferien sind für Familien mit schulpflichtigen Kindern eine prima Sache. Ebenso Sommerferien in den ersten beiden Septemberwochen. Die Straßen sind einigermaßen frei, die Strände nicht heillos überfüllt und vor allem die Preise für Hotels und Ferienwohnungen deutlich niedriger als im Juli und August. Nur: Das würden sich auch Familien im Rest Deutschlands wünschen. Es ist daher unfair, wenn zwei Länder auf ihren Sonderrechten beharren.

Ursprünglich wurden die Ferien im Süden so gelegt, dass Kinder bei der Ernte helfen konnten. Dieses Argument zieht heute nicht mehr. Dafür gibt es andere Interessen. Ein vergleichbares Abitur etwa. Um dieses zu erreichen, brauchen die Schüler aber auch ähnlich viel Zeit für die Vorbereitungen. In Baden-Württemberg und Bayern sind die Schuljahre immer gleich lang. Die anderen Bundesländer hingegen wechseln sich mit den Ferienterminen ab, wodurch dann in einem Jahr schon mal mehrere Wochen Unterricht wegfallen können. Das ist nicht akzeptabel.

Was Deutschland braucht, ist ein rotierendes System, an dem sich alle Länder beteiligen – auch der Süden. Nur faire, gemeinsam geplante Ferienzeiten werden dauerhaft dazu beitragen, Staus zu reduzieren und Tourismusregionen auszulasten. Davon profitiert nicht zuletzt der Süden. Wenn der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sich dennoch stur stellt und über bayerische Kultur und Biorhythmus schwadroniert, könnte sich dies bitter rächen. Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) drohte bereits, dass dann eben jedes Land im Alleingang seine Ferien festlegen werde. Das wäre die schlechteste Variante – und zwar für alle.

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