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Menschenrechte Unternehmen aus der Region beobachten die Situation der bei ihnen vor Ort beschäftigten Uiguren

Firmen setzen weiter auf China

Mannheim/Washington/Peking.Deutsche Unternehmen setzen weiter auf gute Geschäfte in der Volksrepublik – trotz der „China Cables“-Enthüllungen über massive Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang im Nordwesten Chinas gegen die Uiguren. Beispiel BASF: Der Ludwigshafener Chemie-Konzern hat erst vor wenigen Tagen den offiziellen Startschuss für seinen nächsten großen Standort in China gegeben. Mehr als 10 Milliarden Dollar sollen in die Fabrik investiert werden, die bis 2030 in der Provinz Guangdong entstehen soll.

Als „China Cables“ wird eine Sammlung von geheimen Dokumenten der chinesischen Regierung bezeichnet. Sie belegen die systematische Verfolgung und Unterdrückung der Uiguren in Umerziehungslagern in Xinjiang. In der Autonomieregion betreibt BASF gemeinsam mit einem chinesischen Partner zwei Produktionsstätten. Dort arbeiten insgesamt 120 Beschäftigte. Nach Angaben des Konzerns ist darunter auch eine kleine Anzahl an Mitarbeitern, die ethnischen Minderheiten angehören.

BASF schließt Verstöße aus

Man schließe aus, dass an den Standorten Zwangsarbeiter für BASF arbeiten, und habe mit dem chinesischen Partner vertraglich vereinbart, dass in den Werken der BASF-Verhaltenskodex gelte. Der Chemiekonzern weist aber darauf hin, dass man keinen vollständigen Einblick in andere Aktivitäten des Partners habe.

Der Mischkonzern Freudenberg betreibt nach eigenen Angaben ein kleines Vertriebsbüro mit zwei Mitarbeitern in Xinjiang. Man arbeite vor Ort weder mit Subunternehmen noch Partnerfirmen zusammen.

Auf die Frage, ob der Weinheimer Konzern sein China-Geschäft mit Blick auf die massiven Menschenrechtsverletzungen generell überdenke, verweist Freudenberg auf eine Aussage von Bettina Schön-Behanzin, Vorsitzende der Handelskammer Shanghai und gleichzeitig Regional-Repräsentantin Asien für Freudenberg: Demnach „verfolge die in China ansässige deutsche Wirtschaft die Entwicklungen in Xinjiang mit Sorge“.

Der Technologiekonzern Siemens betreibt in China nach eigenen Angaben ein Büro mit 50 Mitarbeitern. Am Standort Urumtschi, der Hauptstadt von Xinjiang, seien rund zehn Prozent der Beschäftigten Uiguren. Über Zwangsarbeit sei Siemens nichts bekannt.

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump zwei vom Kongress beschlossene Gesetze unterschrieben, die die demokratischen Kräfte in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong unterstützen sollen. China reagierte am Donnerstag verärgert. Die Regierung sprach von „Einmischung in innere Angelegenheiten“ und drohte mit Gegenmaßnahmen. (mit dpa)

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