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Energieunternehmen IG Metall meldet Abbau von bis zu 600 der 700 Arbeitsplätze / Betriebsrat: Verrat an Belegschaft

GE in Mannheim vor dem Aus

Mannheim.Nach dem Verlust von 1000 Arbeitsplätzen in der Fabrik wird der Mannheimer Standort von General Electric (GE) erneut von einem massiven Stellenabbau getroffen. Laut Gewerkschaft bleibt nur ein Bruchteil der noch 700 Jobs in der Servicesparte übrig. „Der Standort soll vollends plattgemacht werden“, sagte Klaus Stein, Chef der Mannheimer IG Metall. GE verhalte sich trotz hoher Profite „gesellschaftlich total unsozial“. Stein befürchtete, dass bis zu 600 Jobs wegfallen und GE das Werk in eine andere Stadt verlagert.

GE teilte gestern mit, deutschlandweit rund 1600 Arbeitsplätze abbauen zu wollen – weit mehr, als zuvor von französischen Medien berichtet. Mannheim wurde ausdrücklich neben Stuttgart, Berlin, Mönchengladbach und Kassel genannt. Diese Standorte soll es „in erster Linie“ treffen.

Ein Sprecher des Konzerns bestätigte die Zahlen der Gewerkschaft für Mannheim allerdings nicht. Auch gebe es keinen Beschluss, den Standort zu verlagern. Der GE-Sprecher verteidigte den Jobabbau mit einer „verschärften Lage“ der Energiesparte. Der Preisdruck sei hoch, die Nachfrage bei fossilen Kraftwerke eingebrochen.

Arbeitnehmervertreter und Politiker reagierten empört auf die Pläne von GE. „Das ist ein Verrat an der Belegschaft“, erklärte die Mannheimer Betriebsratschefin Elisabeth Möller. Frühere Zusagen des Konzerns seien nichts wert. „Lug und Trug scheinen die Hauptparameter für Entscheidungen des GE-Managements zu sein.“ Es sei erwartbar, dass das Werk dichtmache.

„Fatales Signal“

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) warf GE vor, es bewusst unterlassen zu haben, in Zukunftsfelder zu investieren: „Damit hat das Unternehmen keine Verantwortung für den Standort übernommen.“ Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel (CDU) sprach von einer bedauerlichen unternehmerischen Entscheidung. Löbels Mannheimer Parlamentskollegin Gökay Akbulut (Linke) sagte, die De-facto-Betriebsschließung sei ein „fatales Signal“.

Mitarbeiter reagierten nach einer Betriebsversammlung geschockt. Wie der Stellenabbau geregelt wird, ist noch unklar. GE teilte mit, ihn „so sozialverträglich wie möglich zu gestalten“. Es gebe nun Gespräche mit Betriebsrat und IG Metall.