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Bundestag Mannheimer Grüner gründet Lobbygruppe

Gerhard Schick legt sein Mandat nieder

Berlin.Gerhard Schick, der Mannheimer Bundestagsabgeordnete der Grünen, wird vorzeitig zum Jahresende sein Mandat niederlegen. Das erklärte er im Interview mit dieser Zeitung.

Schon jetzt leitet Schick als Vorstand die neue Lobby-Organisation „Bürgerbewegung Finanzwende“. „Wir wollen im Sinne der Bürger Verbesserungen bei Banken und Versicherungen durchsetzen“, sagte Schick. Schick plädiert dafür, dass die Geldinstitute mehr Reservekapital vorweisen müssen. Außerdem will er sich dafür einsetzen, dass Mietwohnungen vor dem Zugriff internationaler Finanzinvestoren besser geschützt werden.

Prominente Mitstreiter

Für sein Anliegen hat Schick namhafte Mitstreiter gewonnen, unter anderem den Banken-Experten Martin Hellwig, den Ökonomen Christoph Spengel vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) beziehungsweise der Universität Mannheim, die ehemalige Bundespräsidenten-Kandidatin Gesine Schwan (SPD) und den Wirtschaftsweisen Peter Bofinger.

Neben der Chance, diese Organisation zu leiten, gab es für den Finanzexperten weitere Gründe, sein Bundestagsmandat niederzulegen. Seine Hoffnungen, ein Amt in der Bundesregierung zu übernehmen, machte das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen zwischen Union, FDP und Grünen vor einem Jahr zunichte. Zudem konnte der dem linken Flügel zugeordnete Schick nicht zum Vize-Fraktionschef im Bundestag aufsteigen.

Schick (46) sitzt seit 2005 im Bundestag. Sein Mandat erhielt er über die Landesliste der Grünen in Baden-Württemberg. Im Parlament amtierte der Volkswirt unter anderem als Vize-Vorsitzender des Finanzausschusses. 2014 veröffentlichte er das Buch „Machtwirtschaft – nein danke!“, in dem er sich dafür einsetzt, den politischen Einfluss von Konzernen zurückzudrängen. In den Bundestag nachrücken wird der Grüne Gerhard Zickenheiner aus Lörrach.

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