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Hundebiss Mannheimerin bekommt im Berufungsverfahren nur noch 25 000 Euro zugesprochen

Gericht kürzt Schmerzensgeld

Archivartikel

Mannheim.Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hat einer Mannheimerin für einen folgenschweren Hundebiss in die Hand 25 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. In erster Instanz war der Halter eines Schäferhundes noch zur Zahlung der doppelten Summe, also 50 000 Euro, verurteilt worden.

Der 7. OLG-Zivilsenat kam im Berufungsverfahren zu dem Schluss, dass sich die Ereignisse des Junitages vor drei Jahren nicht mehr völlig klären lassen – zumal es keine Augenzeugen gab. Damals waren in der Nähe des Mannheimer Rheindamms zwei nicht angeleinte Vierbeiner – ein Schäferhund und der Retriever der Klägerin – aufeinander losgegangen.

Dem Prozess lag eine besondere Dramatik zugrunde: Kurz nach der Operation des offenen Mittelhandbruchs wegen des Hundebisses erlitt die Mannheimerin eine Lungenembolie und einen Schlaganfall mit schweren gesundheitlichen Folgen, die sich bis heute auswirken.

Sogenannte Tiergefahr

Das Urteil dürfte für Hundehalter insofern interessant sein, als die Richter hervorheben: Weil von jedem Hund eine sogenannte Tiergefahr ausgeht, könne allein das Halten eines solchen Vierbeiners die Teilhaftung bei einer Bissverletzung begründen. Anders als das Mannheimer Landgericht vermochte der Karlsruher Zivilsenat nicht festzustellen, dass der Schäferhund-Besitzer von der Aggressivität seines Tieres gewusst habe und ihn nicht hätte frei laufen lassen dürfen.

„Ein Verschulden der Klägerin, etwa durch Eingreifen in die Hunderauferei“, habe der Senat nicht feststellen können, heißt es in einer Mitteilung des OLG. Das vom Oberlandesgericht Karlsruhe am 18. September gefällte Urteil hat das Aktenzeichen 7 U 24/19. 

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